Energiemarkt
Eon tauscht Kraftwerke mit Electrabel und EnBW

Eon erfüllt Auflagen der Europäischen Kommission und trennt sich von Kraftwerken im Inland. Im Gegenzug erlaubt die EU dem Konzern, in Belgien zu expandieren. Auch weitere Teile des Konzerns könnten bald zum Verkauf stehen.

DÜSSELDORF. Eon gibt milliardenschwere Anteile an Kohle-, Kern- und Wasserkraftwerken auf dem Heimatmarkt ab. Der größte deutsche Energiekonzern tauscht im großen Stil Kraftwerke mit dem belgischen Versorger Electrabel und reicht weitere Anlagen an die Energie Baden-Württemberg (EnBW) weiter. Im Gegenzug gelingt ihm ein substanzieller Eintritt in den belgischen Strommarkt.

Eon arbeitet mit den Transaktionen einen Teil der Auflagen aus dem jüngst abgeschlossenen Kartellverfahren der EU-Kommission ab. Die Behörde hatte vor wenigen Wochen Ermittlungen wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht eingestellt, nachdem Eon mehrere Zusagen gemacht hatte. Zum einen wird sich Eon von seinen Höchstspannungsleitungen trennen. Zum anderen muss der Konzern rund 5 000 Megawatt (MW) an Kraftwerkskapazitäten veräußern. Das entspricht einem Fünftel der deutschen Stromproduktion Eons.

Diese Auflage hat er jetzt schon zu einem großen Teil erfüllt. 2 200 MW erhalten Electrabel und EnBW. 750 MW hatte Eon schon zuvor an den norwegischen Statkraft-Konzern abgegeben. Für den Rest strebt Eon ebenfalls einen Anteilstausch an.

Electrabel, eine Tochter des Branchenriesen GDF Suez, erhält Kraftwerksbeteiligungen und Strombezugsrechte mit einer Gesamtkapazität von rund 1 700 Megawatt. Unter anderem sind davon zwei Steinkohlekraftwerke mit über 800 MW sowie Strombezugsrechte aus den Kernkraftwerken Krümmel, Gundremmingen und Unterweser im Volumen von rund 700 MW sowie kleinere Wasserkraftwerke betroffen.

Eon erhält im selben Umfang Kapazitäten in Belgien: Das Steinkohlekraftwerk Langerlo mit 556 MW und das Gaskraftwerk Vilvoorde mit 385 MW sowie Strombezugsrechte aus den Kernkraftwerken Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 im Gesamtvolumen von rund 770 MW. Eon erreicht damit nach eigenen Angaben einen Marktanteil an der Stromproduktion in Belgien von 12 Prozent und wird dort auf Anhieb der drittgrößte Anbieter. Die Position wird sich noch verbessern, wenn der Konzern 2014 sein bereits geplantes Kohlekraftwerk in Antwerpen in Betrieb nimmt.

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