Energiemarkt
Fusion von Essent und Nuon ist geplatzt

Schwerer Dämpfer für den deutschen Energiemarkt: Die Fusion der beiden niederländischen Versorger Essent und Nuon ist geplatzt – und damit auch der Zusammenschluss der beiden deutschen Töchter zu einer neuen starken Kraft. Er hätte dem Wettbewerb hierzulande neue Impulse gegeben.

DÜSSELDORF. „Ich bedaure, dass die Fusion gescheitert ist, speziell in Deutschland hätten beide Unternehmen gut zueinander gepasst“, sagte Paul van Son, Geschäftsführer der Deutschen Essent dem Handelsblatt. Der größte niederländische Versorger, Essent, und Nuon, die Nummer zwei, hatten über ein Jahr lang über einen Zusammenschluss verhandelt und Anfang des Jahres sogar schon Grundzüge vereinbart. Jetzt scheiterten die Gespräche aber an Differenzen über Bewertungsfragen und das Tauschverhältnis, wie die Unternehmen erklärten.

Zwar hatten die Partner bereits im Februar vereinbart, dass Essent 55 Prozent am neuen Unternehmen halten sollte. Die Nuon-Anteilseigner waren damit aber nicht mehr einverstanden, wie es in mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen heißt. Zwar habe Essent vorgeschlagen, noch einmal einen unabhängigen Gutachter zu berufen, dies sei am vergangenen Freitag aber abgelehnt worden.

Nuon ist wie Essent im Besitz zahlreicher niederländischer Kommunen und Provinzen. Die Verhandlungen waren von Anfang an schwierig, weil einige der kommunalen Aktionäre den Plänen sehr skeptisch gegenüberstanden. Gleichzeitig gab es in der Öffentlichkeit Bedenken gegenüber der starken Marktstellung des neuen Unternehmens. Der fusionierte Konzern hätte auch mit hohen Auflagen durch die Kartellbehörden rechnen müssen.

Durch den Zusammenschluss wäre in Europa eine neuer Spieler aus der zweiten Reihe entstanden. Essent setzte 2006 mit rund 10 000 Mitarbeitern 6,4 Mrd. Euro um, Nuon beschäftigte 9 800 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von 5,6 Mrd. Euro. Gemeinsam hätten sie rund fünf Millionen Haushalte mit Strom und Gas versorgt.

Sowohl für Essent als auch für Nuon ist Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt. Beide Unternehmen hätten sich hier ergänzt und hätten gemeinsam ihren Angriff auf die deutschen Versorger verstärken können. Während die Deutsche Essent, die 2006 rund 1,6 Mrd. Euro umsetzte, auf die Belieferung von Großkunden und Partnerschaften mit Kommunalversorgern setzt, ist Nuon einer der aggressivsten Newcomer im Wettbewerb um Privatkunden. Nuon weist für Deutschland zwar keine Umsatzzahlen aus, gemeinsam mit den Aktivitäten in Belgien lag es zuletzt aber bei 625 Mill. Euro. Nach der Fusion hätten Essent und Nuon in Deutschland ein breites Spektrum von der Gasbeschaffung und der Stromerzeugung bis hin zum Vertrieb an Groß- und Privatkunden abdecken können.

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