Energieriese
Frankreichs neuer Stolz

Fusionieren Gaz de France und Suez wie geplant, entsteht einer der größten Energiekonzerne der Welt. Präsident Nicolas Sarkozy hat Grund zur Freude: Frankreich wird einen großen Anteil am neuen Riesen halten, der die Energielandschaft der nächsten 30 Jahre entscheidend mitbestimmen könnte.

PARIS. Im Hindernislauf zu ihrer Fusion müssen Gaz de France (GDF) und Suez nur noch eine kleine Hürde nehmen. Am 16. Juli soll eine gemeinsame Hauptversammlung die Fusion unter Dach und Fach bringen. Dann dürfen sich der staatliche französische Gasanbieter GDF und der private französisch-belgische Energiekonzern Suez zu einem der weltgrößten Energiekonzerne zusammenschließen.

Suez-Chef Gérard Mestrallet, die künftige Nummer eins des fusionierten Unternehmens, sieht jedenfalls keine Probleme mehr. Die Aktionäre seien vorbereitet und der Kurs von Suez habe sich nach der Ankündigung der Fusion verdoppelt. Geplant ist, dass Suez für die Fusion 22 eigene Aktien gegen 21 GDF-Titel tauscht.

Mestrallet lobt den Zusammenschluss schon überschwänglich. "Er ist das Ergebnis einer geteilten strategischen Vision", erklärte er in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Diese Hochzeit werde die Energielandschaft der nächsten 30 Jahre bestimmen.

Mit Suez und GDF fusionieren nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen Europas größter Gasanbieter und der fünftgrößte Stromkonzern. Sie können in Zukunft Strom und Gas gleichzeitig anbieten. GDF hat bisher in Frankreich keinen Strom im Angebot, bei Suez war es umgekehrt.

Der erste große Konkurrent befindet sich auf dem heimischen Markt. Electricité de France (EDF). EDF hat Gas im Angebot, besitzt aber keine nennenswerten Kapazitäten oder gar Gasfelder. Das könnte den staatliche Stromriesen unter Zugzwang bringen, durch Zukäufe das Gasgeschäft zu stärken.

Suez und GDF arbeiten rentabel und haben ein großes Entwicklungspotential. Suez erwirtschaftete 2007 einen Überschuss von 3,9 Mrd. Euro, GDF verdiente 2,5 Mrd. Euro. Der fusionierte Konzern hat deshalb Spielraum für Investitionen. Dabei dürften die Schwerpunkte auf dem Ausbau der eigenen Gasförderung, der Stromproduktion, der Gaslager und der Flüssiggas-Anlagen liegen. Mit der Fusion will das Unternehmen ab 2013 pro Jahr durch Synergieeffekten eine Mrd. Euro einsparen.

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