Energiespar-Produkte
Gute Geschäfte mit sparsamen Kunden

Je mehr Strom und Gas verbraucht werden, desto höher sind die Gewinne der Versorger. Der Trend zum Energiesparen ist für sie deshalb auf den ersten Blick eine Bedrohung. Sie können aber aus der Not eine Tugend machen - und neue Umsatzquellen erschließen.
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Das Energiesparpaket gibt es per Mausklick und im Sonderangebot. Knapp 50 Euro kostet es noch - statt zuvor knapp 80 Euro. Der Karton enthält ein Messgerät, das den Verbrauch einzelner Elektrogeräte ermittelt, drei per Fernbedienung steuerbare Funksteckdosen, eine Energiesparlampe, ein weiteres Gerät, das TV & Co. im Standby-Betrieb ausschaltet, sowie ein Raumthermometer, um die Heizung zu überwachen. Auf dem Karton prangt das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern: RWE.

Ein Versorger will zum Energiesparen animieren? Verdient der denn nicht an jeder Kilowattstunde Strom und jedem Kubikmeter Gas, den der Kunde verbraucht?

Auf den ersten Blick ist Energieeffizienz für Eon, RWE oder Stadtwerke eine große Bedrohung. Bis 2050 soll der Energieverbrauch laut neuem Konzept der Bundesregierung durch den Einsatz moderner Technologien auf die Hälfte sinken. Für Umsatz und Gewinn der Versorger bedeutet das nichts Gutes. Auf den zweiten Blick ergeben sich aber neue Geschäftsfelder: Wer seinen Kunden beim Energiesparen hilft, kann zusätzliche Umsätze generieren - und er verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Von den Branchenriesen geht RWE das Thema am offensivsten an. Der Traditionskonzern aus Essen hat im Sommer 2009 eine eigene Tochter gegründet, die das Feld beackern soll. Die RWE Effizienz GmbH mit Sitz in Dortmund beschäftigt inzwischen 100 Mitarbeiter. Sie soll neue Produkte entwickeln und Umsatzquellen erschließen. "Energiespar-Produkte anzubieten, ist ein wichtiges Verkaufsargument, wenn es um die Kunden von morgen geht", sagt Ingo Alphéus, Geschäftsführer der RWE-Tochter. Immer mehr Kunden wollten Energie sparen - aus finanziellen Gründen, aber auch der Umwelt zuliebe. "Wenn wir hier gute Angebote machen, haben wir zufriedene Kunden", sagt Alphéus, "und Kundenbindung ist wichtig im immer härter werdenden Wettbewerb."

Die ersten zaghaften Versuche macht RWE bereits. Mit dem Portal Energiewelt.de lockt der Versorger täglich rund 40 000 Verbraucher an, die sich über das Thema Energiesparen informieren wollen. Von Firmen, die auf der Internetseite werben, verlangt RWE ebenso Gebühren wie von Handwerkern, die sich über die Homepage vermitteln lassen wollen.

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