Energiestrategie
Shell setzt stärker auf Gas

Der Energieriese Shell geht davon aus, dass der weltweite Energieverbrauch rasant zunehmen wird. Darum will der Konzern künftig stärker auf Gas setzen - und auch Kernkraft soll weiterhin genutzt werden.
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DüsseldorfDer weltweite Energiebedarf wird sich trotz Einsparungsbemühungen der westlichen Länder bis 2050 mehr als verdoppeln. Das sagte Shell-Chef Peter Voser im Handelsblatt-Interview. Ohne Einsparungen geht Shell davon aus, dass sich der Energiebedarf verdreifacht.

Voser glaubt, dass die Kernenergie über das Jahr 2050 hinaus eine Rolle spielen wird. „Es ist noch zu früh, aus dem Unglück in Fukushima endgültige Schlüsse zu ziehen“, sagte er. Er forderte aber, die Diskussion um die Kernenergie aufgrund von Fakten zu führen. „Und man sollte der Technik das Recht geben, sich weiter zu entwickeln.“

Shell selber setzt weiter auf Öl und Gas. „2050 werden noch immer zwei Drittel unserer Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen“, meinte Voser. Der Focus des Ölmultis liegt dabei auf Gas: „Wir werden bereits ab 2012 mehr Gas produzieren als Öl und das wird sich verstärken.“

Als regionale Schwerpunkte in den kommenden Jahren nannte Voser Nordamerika, den Mittleren Osten, Australien, China und Russland. „Der nächste Wachstumsschub könnte aus Ländern wie Brasilien, Nigeria und anderen afrikanischen Ländern kommen. Im Moment machen wir Probebohrungen in French-Guyana. Dann könnte Grönland kommen. Außerdem ist der Irak wichtig - nicht nur für Shell. Das Land spielt eine große Rolle, die wachsende Nachfrage zu decken.“

Die Strategie der EU zu Reduktion von Treibhausgasemissionen sieht Voser skeptisch. Die EU könnte ihre Ziele zu einem wesentlich geringeren Preis erreichen, sagte er. Bis 2030 ließen sich bis zu 500 Milliarden Euro einsparen, wenn man verstärkt auf Gas setzt, etwa für den Ersatz von Kohle und indem man neuen Technologien mehr Zeit zur Reife gewährt. Die Photovoltaik etwa brauche möglicherweise noch zehn bis 15 Jahre. „Ich halte auch die Offshore-Windkraft für noch nicht ausgereift und für zu teuer.“

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent
Silke Kersting
Silke Kersting
Handelsblatt / Korrespondentin

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