Industrie

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Energietagung: Eon-Chef warnt vor wachsender Black-Out-Gefahr

„Die Lage ist dramatisch“: Eon-Chef Teyssen warnt, dass sich Gaskraftwerke nicht mehr lohnen – obwohl sie für die Energiewende äußerst wichtig sind. Der Manager plädiert deswegen für ein neues Entlohnungsmodell.

„Die Rendite ist bei null angelangt“: Eon-Chef Teyssen warnt, dass Gaskraftwerke sich nicht mehr lohnen. Quelle: Reuters
„Die Rendite ist bei null angelangt“: Eon-Chef Teyssen warnt, dass Gaskraftwerke sich nicht mehr lohnen. Quelle: Reuters

BerlinEon-Chef Johannes Teyssen hat vor steigenden Blackout-Risiken bei der Stromversorgung in Deutschland gewarnt. „Die Politik muss klar sehen, was sich hier an Versorgungsrisiken zusammenbraut“, sagte er am Mittwoch bei der Handelsblatt-Energietagung in Berlin. Gegen den gesetzlichen Vorrang der erneuerbaren Energien könnten sich konventionelle Kraftwerke nicht behaupten, das gelte besonders für Gaskraftwerke. Diese sind jedoch notwendig, um die Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom auszugleichen.

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„Die Lage der umweltfreundlichen Gaskraftwerke ist dramatisch. Die Rendite ist bei null angelangt“, betonte Teyssen. Es werde geprüft, ob hocheffiziente Kraftwerke stillgelegt werden. „Man muss verstehen, dass man nicht durch ein Gesetz die Lasten der Energiewende privatisieren kann“, sagte Teyssen.

Fragen zum Netzausbau

  • Wie groß ist der Ausbaubedarf?

    Der von den Netzbetreibern vorgestellte Entwicklungsplan sieht bis 2022 insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen vor, dazu den Ausbau von 4.400 Kilometern bereits bestehender Leitungen. Das soll rund 20 Milliarden Euro kosten.

  • Um welche Leitungen geht es?

    Es gibt zwei Arten von Stromleitungen: Übertragungsnetze und Verteilnetze. Das Übertragungsnetz verhält sich zum Verteilernetz in etwa so wie eine Autobahn zu einer Landstraße oder innerstädtischen Straße. Beim Ausbau der Netze geht es vor allem um die Übertragungsnetze, die den Strom etwa vom windreichen Norden in den Rest der Republik transportieren sollen.

  • Das Übertragungsnetz

    Das Übertragungsnetz in Deutschland ist rund 35.000 km lang und wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern Tennet, 50Hertz, Amprion und Transnet BW betrieben.

  • Das Verteilnetz

    Das Verteilnetz in Deutschland ist hingegen rund 1,7 Millionen Kilometer lang und wird von etwa 900 Unternehmen, darunter viele Stadtwerke, betrieben.

  • Wer bezahlt den Ausbau?

    In letzter Instanz zahlt der Stromverbraucher über eine Umlage auf den Strompreis den Netzausbau. Diese Umlage nennt sich Netzentgelt, also eine Gebühr dafür, dass der Strom der Verbraucher über die Leitungen der Netzbetreiber geschickt werden darf. Die Gebühr macht derzeit 23 Prozent des Strompreises aus.

    Über diese Umlage finanziert der Staat den Netzausbau: Die Netzbetreiber erhalten von der Bundesnetzagentur auf ihre Investitionskosten 9,5 Prozent Eigenkapitalverzinsung garantiert. Sie müssen lediglich dafür sorgen, das nötige Kapital für den Ausbau aufzutreiben.

Die konventionellen Kraftwerke sind im Zuge der Energiewende nötig, um die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen. Vor allem Gaskraftwerke eignen sich dazu gut, weil man sie sehr schnell hochfahren kann. Doch sie sind auch recht teuer, sodass sich ihr Betrieb im Vergleich zu Kohlekraftwerken, die ebenfalls als Grundlastkraftwerke herhalten, weniger rechnet.

Amprion-Chef zur Energiewende „Man kann Akzeptanz nicht kaufen“

Der Netzbetreiber hält Planungsdebakel wie bei Stuttgart 21 beim Trassenbau für vermeidbar.

Damit es sich für die Energieversorger dennoch lohnt, die nötigen Reserven vorzuhalten, plädierte Teyssen am Rande der Energietagung für eine Entlohnung der „Leistung“ statt der „Arbeit“. Kraftwerksbetreiber sollten auch dann entlohnt werden, wenn sie die Leistung nur vorhalten, sie aber wegen des Vorrangs von erneuerbaren Energien nicht verkaufen, wie es derzeit oft bei Gaskraftwerken der Fall ist.

  • 26.01.2013, 13:58 Uhrbobbaumeister

    Deutschland den, 26.01.2013

    Leserbrief zur geplanten 380KV-Neu-Bau-Trasse quer durch Deutschland 2800Km
    von Guido Wander Langenhagen / Otto Schineis, Einbeck

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Im Zusammenhang mit der neu geplanten 380KV-Trasse zirka 2800Km werden unserer Meinung nach einige Zusammenhänge nicht aufgezeigt, und außer HGÜ-Erdverkabelung.
    Die Kabel liegen in rund 1,7 m Tiefe in einer hoch wärmeableitenden Betonbettung. Alle 900 m sind Muffenbauwerke entlang der Trasse zu sehen.
    Die aufwendige Technik erklärt auch die im Vergleich mit Freileitungen hohen Gestehungskosten. Das Unternehmen kalkuliert mit Summen von rund 8 Mio. € pro km Erdverkabelung keine weiteren Forderungen gestellt.
    Die Freileitung liegt dagegen bei rund 1,2 Mio. €. Das Währen in der Summe 2.800 x mindestens 1.200.000,00 €
    Was bedeuten würde dass wir innerhalb der nächsten 4 Jahre für gewisse Groß Konzerne den Profit hochfahren würde, jedoch keine neuen Arbeitsplätzte mit Zukunftsperspektive 2040 schaffen würde

    1.)er Mythos: Energiesparen und Energieeffizienz, ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz!

    Das gilt leider nur nicht für die 380KV-Trasse Wahle-Mecklar.
    Hier wird Energieverschwendung für 80 Jahre festgeschrieben. Der Netzbetreiber Tennet darf weiter verlustreiche Drehstrom-Hochspannungsleitungen bauen.
    Laut Siemens liegen die Verluste bei 380KV Drehstr. bei 9,6%; bei 800KV HGÜ bei 2,6% (800km Strecke)
    und dadurch ab 600km Länge heute schon rentabel. Die Strecke Wahle Mecklar ist für ein rein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen wie Tennet einfach zu kurz um uns mit HGÜ beglücken zu können.

    Der Schutz unserer Gesundheit und eine intakte Natur-und Kulturlandschaft bleiben dabei auf der Strecke.
    Den Einwohnern von Einbeck/Erzhausen z.B. soll eine 380KV Leitung rund ums Dorf und ein Umspannwerk in 400m Entfernung zugemutet werden. Für das elektromagnetische Feld ist die Entfernung angeblich ausreichend (1m pro KV ), aber wegen dem Lärmschutz und der Luftionisa

  • 24.01.2013, 17:12 UhrWisser

    Versorgungssicherheit und Umweltfreundlichkeit werden immer als Fremdwörter für die jetzige und zukunftige Regierung bleiben. Bei der hoch gejubelten Energiewende will man einfach nichts von den möglichen Versorgungsrisiken wissen.

  • 24.01.2013, 13:39 UhrHofmannM

    EON und RWE brauchen überhaupt nicht jammern!
    Alle großen Energieerzeuger sind auf diesen Energiewandelzug auf Basis eines menschengemachten CO2-Klimasteuerungs-Märchen aufgesprungen.
    Alle haben der Ethik- und Ökologiesozialistischen Gedankengut Kanzlerin Merkel gehuldigt und liegen Ihr immer noch zu Füssen!!
    Die gesamte deutsche Großkonzern Industrie ist auf diesen "Way to Hell" mitgegangen und gehen immer noch diesen Weg mit! Anstatt mal diese Politiker den Marsch zu blasen!
    Alle deutschen Vernunfts- und Verstands Menschen haben durch eine ideologie Politik die Marktwirtschaft aus der Hand nehmen lassen und durch eine sozialistische Planwirtschaft ala DDR2 ersetzen lassen.
    Nach der brauen und der roten Diktatur wurde jetzt mit dieser Ethik-Energiewendepolitik die nächste, die Grüne Diktatur auf Deutschen Boden heraufgerufen! Und das dank schweigender und speichelleckender Großindustriemanager wie es Theyssen einer ist!
    Aus eigener Wirtschaftskraft nichts mehr in der Hose und auf Gedeih und Verderb auf den Subventionstropf und dem Goodwill einer deutschen ökosozialistischen Regierung (Gedankengut) angewiesen bzw. ausgeliefert.
    Mann oh Mann, was sind das nur für Weicheiermanger geworden, die auf Kosten ihrers zerstörten Marktwirtschaftssystem dem Untergang entgegengehen?!

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