Energieunternehmen
Eon schaltet auf Sparmodus

Eon-Chef Wulf Bernotat stimmt seine Mitarbeiter auf ein Sparprogramm und "schwierigere Zeiten" ein. Der Konzern leidet unter der aktuellen Finanzkrise, sinkenden Energiepreisen, aufkommendem Wettbewerb auf dem Energiemarkt - und einer Reihe hausgemachter Probleme.

DÜSSELDORF/BERLIN. "Wir haben ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem wir unsere Leistungen steigern und Kosten senken wollen", sagte der Vorstandschef im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Maßnahmenpaket, das noch genauer bewertet, konkretisiert und für die Umsetzung vorbereitet werden müsse, werde er bald intern vorstellen.

Eon reagiert damit zum einen auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. "Wir sind als Energieunternehmen davon zwar nicht so betroffen wie zum Beispiel der Auto- oder der Maschinenbau", sagte Bernotat, "aber natürlich werden auch wir die Krise zu spüren bekommen, wenn unsere Kunden ihre Produktion drosseln müssen."

Hinzu komme der Druck durch sinkende Energiepreise, der aufkommende Wettbewerb auf dem Energiemarkt und die teure Expansion der vergangenen Jahre. "Es ist klar, dass die Zeiten schwieriger werden", sagte er. Entsprechend schreckt Bernotat vor großen Übernahmen zurück, Investitionen kommen auf den Prüfstand.

Dabei arbeitet Eon in einer Branche, die eigentlich wenig anfällig für Konjunkturschwankungen ist. Der Strom- und Gasverbrauch schwankt üblicherweise weniger stark als die Wirtschaftsleistung. In dieser Krise, in der reihenweise Unternehmen Fabriken stilllegen oder pleitegehen, ist der Eon-Chef aber pessimistischer - auch pessimistischer als der Konkurrent RWE. Dessen Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann rechnet nur mit einem kleinen Effekt.

Im vergangenen Sommer startete Eon bereits das Programm "perform-to-win", um neue Konzerntöchter besser einzubinden, die Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Nach Bernotats Worten fahndet der Konzern nach Doppelarbeit und schaut sich das gesamte Unternehmen an - von der Erzeugung über die Netze bis zu Vertrieb und Verwaltung. Er wolle Eon "wetterfest machen für schlechtere Zeiten". In Großbritannien gab Eon bekannt, 450 Stellen zu streichen.

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