Energieverbrauch
Erneuerbare hängen Kernenergie ab

Die Energiewende kommt in der Statistik an. Sonne, Wind und Wasser deckten 2011 mehr als zehn Prozent des deutschen Energieverbrauchs und damit mehr als die Kernenergie. Der Gesamtverbrauch sank auf ein 40-Jahres-Tief.
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Köln, BerlinDas Reaktorunglück im japanischen Fukushima läutete vor einem Jahr die Abkehr von der Atomenergie in Deutschland ein. Acht Kernkraftwerke gingen im August vom Netz und in der Jahresstatistik schlägt sich das deutlich nieder. Die aus Strom, Wind und anderen erneuerbaren Energieträgern produzierte Energie deckte 2011 fast elf Prozent des gesamten Verbrauchs in Deutschland und damit erstmals mehr als die Kernenergie. Deren Anteil purzelte von knapp elf Prozent im Vorjahr auf noch 8,8 Prozent. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) am Montag in Köln mit.

Der gesamte Energieverbrauch war im vergangenen Jahr zudem so niedrig wie seit rund 40 Jahren nicht mehr - vor allem wegen der milden Witterung. Im Vergleich zum Vorjahr wurde mit 456 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten fünf Prozent weniger Primärenergie - also etwa Kohle, Gas, Wind, Mineralöl oder Kernenergie - genutzt. Damit habe der Verbrauch das Niveau von 2009 leicht unterschritten, als infolge der Konjunkturkrise der niedrigste Wert seit Anfang der 1970er Jahre von der AGEB berechnet worden war. Der Energiemix im Primärenergieverbrauch ist nicht mit dem der Stromerzeugung zu verwechseln, da im Gesamtverbrauch auch der Energiebedarf jenseits der Elektrizität erfasst wird.

So schlugen sich die im Jahresmittel milden Temperaturen in einer rückläufigen Nachfrage nach Heizenergie nieder. Auch wegen des hohen Preisniveaus war der Verbrauch von Erdgas und Mineralöl rückläufig. Bemerkenswert sei, dass der geringe Gesamtverbrauch in einem konjunkturell äußerst starken Jahr erzielt wurde, so die AGEB. So wurde der Primärenergieverbrauch des Krisenjahres 2009 noch einmal unterschritten. Einen Anteil daran hatte auch, dass die Energieeffizienz gestiegen ist.

Je Euro Wirtschaftsleistung seien rund 3 Prozent weniger Energie eingesetzt als im Vorjahr, was als „außergewöhnlich“ bezeichnet werden könne. Im langjährigen Durchschnitt sei die Energieeffizienz wachse die Energieeffizienz um etwa die Hälfte. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zufolge gäben die Daten der Bundesregierung „Rückenwind für die weitere Umsetzung der Energiewende“.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energieverbrauch: Erneuerbare hängen Kernenergie ab"

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  • Es ist irreführende Probaganda, in der Überschrift zu behaupten: Sonne, Wind und Wasser deckten ... mehr als 10 % des deutschen ENERGIEBEDARFS !Erst nach Studium des Artikels erschließt sich verklausuliert diese FALSCHAUSSAGE! Wahr ist, daß TROTZ eines Zwangsgeldes zugunsten reicher Solardachbesitzer in Höhe von ca 150 Milliarden Euro in den kommenden 20 Jahren der Anteil unzuverlässiger alternativer Erzeugung noch UNTER 10 % des Primärenergieverbrauches liegt. Wenn sogar das Handelsblatt die Ideologiebrille aufsetzt - wer bleibt sachlich ?

  • Schlechter Journalismus - in der Tat.

  • "Die aus Strom, Wind und anderen erneuerbaren Energieträgern produzierte Energie deckte 2011 fast elf Prozent des gesamten Verbrauchs in Deutschland und damit erstmals mehr als die Kernenergie"
    Natürlich! Die Kernkraftwerke wurden ja auch abgestellt. Das ist ja so als ob ich meinem Angestellten verbiete das Internet zu benutzen und dann stolz verkünde, dass die Internetnutzung am Arbeitsplatz zurück gegangen sei.

    Außerdem- warum werden "erneuerbare Energien" hier in einen Topf geworfen? Also Strom aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser werden hier auf eine Stufe gesetzt?
    Obwohl 8 KKW ausgeschaltet sind, schlägt die Gesamtleistung der verbliebenen die einzelnen Erneuerbaren Energien jeweils deutlich.
    Das ist wieder so als ob ich sage: Der Konsum von Gurken, Tomaten, Hirse und Pflaumen ist zusammen genommen zum ersten Mal größer als der Konsum von Weizen- was für ein nichtssagender Vergleich!

    Da wurde doch eine Statistik sehr zugunsten einer Ideologie interpretiert.

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