Energieversorger: EnBW will 1.350 Stellen streichen

Energieversorger
EnBW will 1.350 Stellen streichen

Der Energiekonzern plant einen massiven Stellenabbau: 1.350 Jobs sollen wegfallen. Darauf hat sich EnBW mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt. Auch die verbleibenden Mitarbeiter müssen sich auf Kürzungen einstellen.

Karlsruhe, StuttgartDer neue Vorstandschef des durch die Atomwende unter Druck geratenen Energiekonzerns EnBW, Frank Mastiaux, forciert den Sparkurs und will bis Ende 2014 jede siebte Stelle streichen. 1350 Stellen sollen bis dahin bei dem Karlsruher Konzern mit zuletzt rund 20.000 Beschäftigten wegfallen, wie EnBW am Freitag mitteilte. Mit den Arbeitnehmervertretern seien Abfindungszahlungen und Altersteilzeit vereinbart worden. Für den Stellenabbau hatte EnBW bereits rund 100 Millionen Euro zurückgestellt. Eine dreistellige Zahl von Mitarbeitern hat nach Unternehmensangaben bereits Abfindungsangebote unterschrieben.

Zudem wurde vereinbart, die Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren im Durchschnitt um 18 Prozent einer Monatsvergütung abzusenken. Die Maßnahmen sind Teil eines Effizienzprogramms, das Ergebnisverbesserungen von insgesamt 750 Millionen Euro im Jahr ab 2015 bringen soll.

Der Konzern müsse nach der Zwangsstilllegung von zwei seiner vier Atomkraftwerksblöcke seine gute Bonität und den finanziellen Handlungsspielraum erhalten, begründete der drittgrößte deutsche Versorger nach E.ON und RWE den Stellenabbau. Die Konkurrenten haben ihrerseits den Abbau von gut 21.000 Stellen angekündigt. Zudem soll sich bei EnBW das bereits laufende Kostensparprogramm schneller als bisher geplant auszahlen: Statt bis Ende 2014 soll die Verschlankung des Konzerns, Abbau von Doppelarbeit und die Bündelung des Einkaufs nun schon bis Ende 2013 dauerhafte Einsparungen von 750 Millionen Euro bringen.

Der seit Oktober an der EnBW-Spitze stehende frühere E.ON-Manager Mastiaux hatte zum Amtsantritt angekündigt, EnBW gesundschrumpfen zu wollen, auch über Beteiligungsverkäufe. EnBW gehört zu jeweils 46,75 Prozent dem Land Baden-Württemberg sowie einem Zusammenschluss schwäbischer Landkreise. Im laufenden Jahr hat der 2011 in die roten Zahlen gerutschte Versorger mit einem Gewinnrückgang zu kämpfen, da die Preise an den Strombörsen sinken und EnBW wegen der Abschaltung von zwei AKW-Blöcken weniger Strom verkaufen kann. Erst im November musste der Konzern mäßige Geschäftszahlen melden. In den ersten neun Monaten hatte sich zwar das Ergebnis stabilisiert, doch der Stromumsatz brach ein. Der Umsatz im Geschäftsfeld Erzeugung und Handel brach um 27 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro ein. Die privaten Verbrauchern spüren von den gesunkenen Großhandelspreisen nichts, da sie zusätzlich noch steigende Steuern und Abgaben beim Strompreis berappen müssen.

Seit Oktober ist der frühere Eon-Manager Frank Mastiaux am Ruder. Die EnBW ist mit ihren beiden Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW, mehrheitlich in öffentlichem Besitz. Mastiaux will das Unternehmen umkrempeln und hat unter anderem angekündigt, Beteiligungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro auf den Prüfstand zu stellen.

 
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