Energieversorger
Eon stärkt Position in Skandinavien

Der Energieversorger Eon baut seine Präsenz im Markt Skandinavien aus. Deutschlands größter Stromkonzern übernimmt von der norwegischen Statkraft deren Anteile an der Eon Sverige und wird dadurch zum alleinigen Aktionär des nach Vattenfall, Fortum und Statkraft viertgrößten Stromanbieters in Nordeuropa. Im Gegenzug wird Statkraft wichtiger Aktionär des deutschen Konzerns.

DÜSSELDORF / STOCKHOLM. Statkraft erhält von Eon Beteiligungen an Kraftwerken und wird mit einem Anteil von rund zwei Prozent einer der größten Aktionäre des Düsseldorfer Konzerns. Eon-Chef Wulf Bernotat sagte, durch die Übernahme könne Eon die nordischen Aktivitäten jetzt zügig weiterentwickeln und die Umsetzung der Europastrategie beschleunigen. Der Düsseldorfer Konzern ist bereits in ganz Skandinavien aktiv, hatte bisher aber nur in Schweden keine volle Kontrolle über das Geschäft. Eon erhält nach Abschluss der Transaktion, der im ersten Halbjahr 2008 geplant ist, die volle Verfügung über einen Kraftwerkspark mit einer Gesamtkapazität von rund 6 400 Megawatt. Eon hatte in den vergangenen Wochen mehrere internationale Wachstumsprojekte bekannt gegeben. So will Eon für mehr als vier Mrd. Euro die Mehrheit an dem russischen Kraftwerksbetreiber OGK-4 übernehmen, plant den Bau zweier großer Kraftwerke in der Türkei und hat mit Milliardeninvestitionen Windparks in Nordamerika, Spanien und Portugal gekauft. Vorher war die Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa allerdings gescheitert.

Eon gibt den Wert der Transaktion mit 4,4 Mrd. Euro an. Nach den Vereinbarungen in der jetzt unterzeichneten Absichtserklärung übernimmt Eon den Anteil von 44,6 Prozent an Eon Sverige von Statkraft. Das Geschäft war erwartet worden, denn Eon war bereits im Jahr 2000 bei dem damaligen schwedischen Stromversorger Sydkraft eingestiegen und hatte nach und nach seinen Anteil auf zuletzt 55,3 Prozent ausgebaut. Für den norwegischen Staatskonzern Statkraft stand der Ausstieg schon seit längerem auf der Agenda, da er keine Kontrolle mehr über das inzwischen in Eon Sverige umbenannte Unternehmen hatte.

Eon wird Statkraft mit schon vorhandenen eigenen Aktien bezahlen. Statkraft wird durch den Tausch mit einem Anteil von zwei Prozent einer der größten Aktionäre von Eon. Weitere Anteilseigner sind Allianz und die Finanzinvestoren Fidelity, Capital Research sowie Templeton mit jeweils zwei bis drei Prozent Anteil.

Zusätzlich erhält Statkraft Beteiligungen an Wasserkraftwerken in Schweden und Anteile an Wasser- und Gaskraftwerken in Deutschland, Polen und Großbritannien. Nach Auskunft eines Eon-Sprechers handelt es sich um kleinere Kraftwerke, die vollständig abgegeben werden. Darüberhinaus erhält der norwegische Partner Strom- und Gaslieferungen mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Statkraft kann sich durch den Kauf der Kraftwerke besser im europäischen Markt positionieren. So war Statkraft außerhalb Skandinaviens bisher nur in den Niederlanden, Deutschland, Bulgarien, Serbien und Großbritannien aktiv. Der Konzern werde europaweit größter Erzeuger erneuerbarer Energie, sagte Statkraft-Chef Bard Mikkelsen. Dies erfolgt vor allem durch die zahlreichen Wasserkraftwerke.

Analysten begrüßten den Schritt von Eon. „Der Markt bietet ein attraktives Wachstum und gehört zu den Kernmärkten des Konzerns“, sagte Stephan Wulf, Analyst bei Sal. Oppenheim. Die Eon-Aktie fiel am Freitag leicht um 0,7 Prozent und notierte bei Kursen um 126, 70 Euro. Der Abschlag lag im Rahmen des allgemein schwachen Marktes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%