Energieversorger
Gazprom-Deal lässt Eons Kasse klingeln

Mehr als drei Milliarden Euro beträgt der Überschuss bei Eon im ersten Halbjahr. Damit hat der Energiekonzern die bekannten Eckdaten bestätigt. Die Einigung im Gasgeschäft lässt den Gewinn in die Höhe schnellen.
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DüsseldorfDer Energiekonzern Eon kehrt nach den Einbußen durch die Atomwende auf die Gewinnerstraße zurück. Der Nettogewinn sei im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 230 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro in die Höhe geschossen, teilte der größte deutsche Versorger am Montag mit.

Die Erlöse seien von Januar bis Ende Juni um 23 Prozent auf 65,4 Milliarden Euro geklettert. Der Konzern profitierte vor allem von günstigeren Gasverträgen, die Eon bei seinem russischen Großlieferanten Gazprom nach langen, zähen Verhandlungen durchgesetzt hatte. Vorstandschef Johannes Teyssen hatte bereits in der vergangenen Woche einige vorläufige Zahlen vorgelegt und die vor wenigen Wochen angehobene Prognose bekräftigt. Die Eon-Papiere legten im frühen Handel bei Lang & Schwarz um knapp 0,5 Prozent zu.

„Aus der erfolgreichen Neuverhandlung aller aktuell ölpreisgebundenen Mengen in unseren langfristigen Gaslieferverträgen verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr einen positiven Ergebniseffekt von 1,2 Milliarden Euro“, erläuterte der Manager. Das Gasgeschäft hatte Eon zuvor die Bilanz vermasselt. Der Konzern machte hier lange Zeit Verluste, weil die Tochter Ruhrgas an Gazprom und andere Lieferanten in den langfristig festgelegten Verträgen höhere Preise zahlen musste, als die eigenen Kunden bereit waren zu berappen.

Wegen neuer Gasvorkommen ist der Spotmarktpreis in den vergangenen Jahren gesunken. Anfang Juli hatte sich Eon mit Gazprom rückwirkend zum vierten Quartal 2010 auf günstigere Verträge geeinigt. Ruhrgas hat nun mehr Spotmarktelemente in den Verträgen.

Neben dem Gasgeschäft machte Eon die von der Bundesregierung vor einem Jahr beschlossene frühere Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke zu schaffen. Eon muss seitdem auf zwei Gewinnbringer, die Meiler Isar 1 und Unterweser, verzichten. Negative Einmaleffekte aus der Atomwende fielen nun aber weg. Hierzu gehörten hohe Rückstellungen für den früheren Abriss der AKW und Abschreibungen auf nicht mehr verwendbare Brennelemente.

Dies habe im Halbjahr 2012 einen positiven Effekt in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gehabt, erklärte Eon. Die Atomwende und das schwache Gasgeschäft hatten dem deutschen Branchenprimus im vergangenen Geschäftsjahr den ersten Nettoverlust seiner Unternehmensgeschichte eingebracht. Am Ende des Jahres stand nach Anteilen Dritter ein Fehlbetrag von 2,2 Milliarden Euro in den Büchern.

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