Energieversorger hält trotz Verlust Dividende stabil
MVV verbucht trotz Umsatzplus einen Verlust

Der Mannheimer Energieversorger MVV hat das Geschäftsjahr 2003/04 angesichts hoher Abschreibungen auf unrentable Beteiligungen wie erwartet mit einem Verlust abgeschlossen.

HB MANNHEIM. Nach Steuern und Anteilen Dritter habe der Verlust bei 44 Mill. € gelegen, teilte MVV Energie am Dienstag mit. Ein Jahr zuvor hatte das börsennotierte Stadtwerk noch einen Gewinn von 25 Mill. € aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet. Das um die Kosten von Umstrukturierungen und Abschreibungen auf Beteiligungen bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging auf 97 (2002/03 bereinigt: 121) Mill. € und damit stärker als erwartet zurück. Vorstandschef Rudolf Schulten hatte nur einen Rückgang um höchstens zehn Prozent auf 110 Mill. € prognostiziert. Dennoch soll die Dividende bei 75 Cent je Aktie stabil bleiben, wovon hauptsächlich der Großaktionär, die Stadt Mannheim (72,8 %), profitiert. Schulten sagte, die Ausschüttung werde fremdfinanziert.

Die strategische Neuausrichtung in Form einer Konzentration auf das Kerngeschäft mit Strom, Gas und Energie-Dienstleistungen sei abgeschlossen. „Schon in dem Anfang Oktober begonnenen Geschäftsjahr wollen und werden wir dadurch unsere Profitabilität steigern können“, sagte Vorstandschef Schulten. Für das laufende Geschäftsjahr 2004/05 (per 30. September) stellte er ein Ebit von 150 Mill. € in Aussicht. Der Umsatz soll dann auf 2,0 Mrd. € steigen. 2003/04 legte er um 15 % auf 1,65 Mrd. € zu. Dabei waren die Umsätze aus dem Stromhandel erstmals nur noch im Umfang der Rohmarge enthalten.

Einschließlich der Einmaleffekte lag das Ebit 2003/04 bei 41 (244) Mill. €. MVV Energie hat 2003/04 auf unrentable und teuer bezahlte Beteiligungen 56 Mill. € abgeschrieben. Im Schlussquartal hätten sich weitere Belastungen von 13 Mill. € ergeben, erklärte das im Kleinwerteindex SDax notierte Unternehmen.

Der Regionalversorger will sich auf seiner nächsten Hauptversammlung zudem eine Kapitalerhöhung um 30 % genehmigen lassen und damit einen neuen Anlauf für einen zweiten Börsengang unternehmen.

Dies könnte dem Unternehmen 240 Mill. € einbringen, sagte MVV-Energie-Vorstandschef Rudolf Schulten am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die Aktienplatzierung könnte aber erst nach der Hauptversammlung am 4. März 2005 über die Bühne gehen. „Wenn alles normal läuft planen wir das für nächstes Jahr. Aber wir haben keinen Zeitdruck“, fügte er hinzu. Ursprünglich hatte MVV den zweiten Börsengang noch für 2004 geplant und sich dazu eine Kapitalerhöhung um 20 % genehmigen lassen.

Schulten sagte, die zufließenden Mittel sollten im Idealfall umgehend in weitere Beteiligungen investiert werden. „Wir werden uns auf jeden Fall weitere Stadtwerke anschauen, aber wir werden keine Mondpreise zahlen“, sagte er. Dazu könnten sich in einigen Monaten neue Gelegenheiten ergeben. Konkrete Objekte habe MVV derzeit aber nicht im Visier.

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