Energieversorger
Iberdrola in der Klemme

Spaniens Energieversorger sind begehrte Übernahmeziele der Konkurrenz. Anders als in Frankreich, Italien und Deutschland sind sie nicht vor ausländischen Unternehmen geschützt, die Liberalisierung des spanischen Marktes fördert die Präsenz vieler Player. Während Verbraucher von den niedrigen Energiepreisen profitieren, wächst bei Spaniens Energieversorgern der Zorn.

MADRID. "Eins plus eins ist weniger als eins." Dieser Spruch stammt vom Vorstandschef und Präsidenten des spanischen Energieunternehmens Iberdrola, Ignacio Sanchez Galán, und wird wieder viel zitiert in Spanien. Galán beschreibt mit dem Satz die spanische Politik bei Fusionen nationaler Energieunternehmen: Als Bedingung für ihre Zustimmung zu einem Zusammenschluss fordern die Aufsichtsbehörden den Verkauf so vieler Teile des neuen Unternehmens, dass die Fusion keine Vorteile mehr bringt.

Als Folge dieser strengen Wettbewerbsauflagen muss Galán nun um sein Ziehkind Iberdrola fürchten, das er in den vergangenen Jahren immerhin zum fünftgrößten europäischen Stromversorger aufbaute - hinter den deutschen Eon und RWE, der französischen EdF und der italienischen Enel. Viele rechnen damit, dass Iberdrola bald ein ähnliches Schicksal widerfährt wie zuletzt dem bis dahin noch größten spanischen Stromkonzern Endesa, der gerade zwischen Enel, dem spanischen Mischkonzern Acciona und Eon aufgeteilt wird: Iberdrolas größter Einzelaktionär, der Mischkonzern ACS, ist auf der Suche nach ausländischen Partnern, um Iberdrola gemeinsam zu übernehmen und Teile des Unternehmen mit dem drittgrößten spanischen Versorger Union Fenosa zu vereinen, an dem ACS 45 Prozent hält. EDF hat bereits wiederholt großes Interesse angemeldet.

"Im europäischen Energiemarkt gibt es zwei verschiedene Modelle", sagt Energie-Analyst Antonio Lopez von Fortis in Madrid: "In Frankreich, Italien und Deutschland wurden nationale Champions geschaffen und der Energiesektor vor dem Markteintritt ausländischer Unternehmen geschützt, in Großbritannien und Spanien dagegen wurde der Markt liberalisiert und die Präsenz vieler verschiedener Player gefördert."

Letzteres hat viele Vorteile. Die Verbraucher profitieren dank des Wettbewerbs von niedrigeren Strompreisen und die Unternehmen müssen effizienter sein, um sich trotz niedriger Tarife und Wettbewerb zu behaupten. "Spaniens Energieunternehmen haben im Schnitt eine höhere Effizienzrate als ihre europäischen Konkurrenten", sagt Manuel Romero, Finanzdirektor der angesehenen spanischen Managementschule "Instituto de Empresa".

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