Energieversorger
Nach Rekordgewinn droht Gazprom der große Kater

Richtig abgesahnt: Der russische Gasriese Gazprom hat seinen Nettogewinn im ersten Halbjahr verdreifacht – auf 10,2 Milliarden Dollar. Aber fürs vor der Tür stehende Jahr schwant Gazprom Böses: Die Gaspreise könnten dramatisch abrutschen.

HB DÜSSELDORF. Gas und Öl sells. Und wie. Der russische Enegieversorgungsriese Gazprom hat fürs erste Halbjahr einen rekordverdächtigen Nettogewinn nach IFRS vorgelegt: Am Ende des Tages klingelten 573,8 Milliarden Rubel in der Kasse (10,2 Milliarden Dollar). Damit hat der Energieversorgungsgigant seinen Nettogewinn gleich verdreifacht. Im Vorjahr hatten noch 103 Milliarden Rubel in den Büchern gestanden.

Der Umsatz mit Gas kletterte um 44 Prozent auf 1,09 Billionen Rubel, vor allem dank größerer Absatzmengen im Ausland und höherer Preise. Das operative Ergebnis erreichte 716,6 (351,7) Mrd Rubel, wie die OAO Gazprom weiter mitteilte. Die Erwartungen vieler Analysten hat Gazprom damit übertroffen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Ronald Smith von der Alfa Bank: „Der Gewinn ist überraschend hoch ausgefallen.“

2008, so viel steht für Gazprom fest, war dank hoher Gaspreise ein Spitzenjahr – was mit Blick auf die im Zuge der Finanzkrise abgestürzten Öl- und Gaspreise fürs kommende Jahr allerdings wiederum nichts Gutes verheißt. Lagen die Gaspreise im zweiten Halbjahr noch bei rund 500 Dollar für 1000 Kubikmeter, rechnet Gazprom-Vizechef Alexander Medvedev für 2009 nur noch mit einem Preis von 260 bis 300 Dollar, wie Bloomberg meldet.

Trotz dieses erwarteten Preissturzes will Gazprom an den zwei neuen Pipelines nach Europa, die beide um die Ukraine heurmführen, festhalten. Der Vorstand hat noch kurz vor Weihnachten die notwendigen Investitionen in Höhe von 920 Milliarden Rubel bewilligt. Gazprom lagen im Parketthandel an der St. Petersburger Effektenbörse unverändert bei 104,5 Rubel (2,510 Euro). Im Moskauer RTS-Handel notierte das Papier 0,99 Prozent leichter bei 3,6 Dollar.

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