Energieversorger
Nuon verkauft ganzen Vertrieb in Deutschland

Der niederländische Versorger Nuon gibt im Zuge der Übernahme durch den schwedischen Vattenfall-Konzern in Deutschland sein gesamtes Geschäft mit Privatkunden ab. Die beiden Unternehmen gehen damit über die von der EU-Kommission verhängten Auflagen hinaus. Die Kommission billigte auch die Übernahme des größten Versorgers der Niederlande, Essent, durch RWE.

HB DÜSSELDORF. „ Wir werden das Endkundengeschäft für Strom und Gas in Deutschland verkaufen“, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die Wettbewerbsbehörde hatte zuvor bei der Genehmigung des Zusammenschlusses nur verlangt, dass Nuon die Aktivitäten in Berlin und Hamburg, wo Vattenfall seine Stammgebiete hat, veräußert.

Da dort die meisten Kunden seien, wolle Nuon das Endkundengeschäft nun komplett verkaufen, sagte die Sprecherin. Das Geschäft mit Gasspeichern und mit Geschäftskunden wolle Nuon in Deutschland aber weiterführen. Nuon versorgt hierzulande etwa 275 000 Kunden mit Strom und rund 35 000 mit Gas. Der Versorger hatte seit 2006 sein Angebot mit massiver Werbung und Bonusanreizen unter den Slogans „lekker Strom“ und „wakker Gas“ auf viele deutsche Städte ausgebaut.

Vattenfall will den zweitgrößten niederländischen Versorger für 10,3 Mrd. Euro übernehmen. Zunächst wollen die Schweden 49 Prozent erwerben, den Rest schrittweise in den kommenden sechs Jahren.

Am Dienstag billigte die EU-Kommission auch die Übernahme des größten Versorgers der Niederlande, Essent, durch RWE. Die Behörde habe sich mit beiden Unternehmen abschließend geeinigt, hieß es in mit den Gesprächen vertrauten Kreisen. Die Kommission wollte dies noch am Abend offiziell bestätigen.

RWE und Essent hatten die erwarteten Bedenken der Wettbewerbshüter selbst entkräftet, indem der niederländische Konzern seine wichtigste Aktivität in Deutschland, die 51-Prozent-Beteiligung am Bremer Kommunalversorger SWB, veräußerte. Dass RWE die ohnehin große Marktstellung in Deutschland ausweiten würde, wäre für die Kommission nicht akzeptabel gewesen. Den Anteil an der SWB übernimmt der Oldenburger Regionalversorger EWE für rund 700 Mio. Euro.

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