Energieversorger: RWE schreibt Milliarden auf Kraftwerke ab

Energieversorger
RWE schreibt Milliarden auf Kraftwerke ab

RWE-Chef Peter Terium muss wegen der desolaten Situation seiner konventionellen Kraftwerke Milliarden abschreiben. Die Jahresprognose bleibt aber unverändert, und auch die Anleger müssen nicht um ihre Dividende fürchten.
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DüsseldorfDer Essener Energiekonzern RWE muss bei seinen konventionellen Kraftwerken Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Insgesamt habe der Konzern einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von rund 3,3 Milliarden Euro ausgemacht, teilte RWE am Dienstag mit. Der Großteil davon - 2,9 Milliarden Euro - entfiele auf die konventionelle Stromerzeugung, der Rest auf den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und den Beteiligungsbereich, hieß es. Die Wertberichtigungen würden auch auf das Nettoergebnis der Konzerns durchschlagen, betonte RWE.

Sie hätten aber keine Auswirkungen auf das für die Dividende ausschlaggebende nachhaltige Nettoergebnis des Konzerns, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), sowie das Betriebsergebnis und seien auch nicht zahlungswirksam. Die Jahresprognose des Konzerns bleibe trotz der Wertberichtigungen bestehen, sagte eine RWE-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Investoren reagierten gelassen, RWE-Aktien notierten am Mittag kaum verändert bei 27,04 Euro.

„In ganz Europa stehen derzeit vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke unter einem hohen wirtschaftlichen Druck“, sagte RWE-Chef Peter Terium. „Mit dieser Wertberichtigung tragen wir insbesondere den tiefgreifenden
Veränderungen der Rahmenbedingungen auf dem europäischen Erzeugungsmarkt Rechnung.“

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RWE schreibt Milliarden auf Kraftwerke ab

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Politik hat keine Lösung parat

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  • Und dann kommt da noch der Rückbau,

    wenn der Rückbau erst so richtig beginnt, wird man meiner Meinung nach schnell feststellen das die Rückstellungen von RWE für die Kernkraftwerke: Biblis, Lingen und Grundremmingen hinten und vorne nicht reichen. Nicht nur fehlende Einnahmen aus den ehemaligen "Goldeseln" von RWE, sondern auch über Jahrzehnte große Ausgaben dürften dann auch auf den Aktienkurs durchschlagen. Als "Insider" ist mir bekannt, was nukleare Entsorgung kostet und welche technischen, personellen und folglich auch finanziellen Anforderungen in diesem Bereich gestemmt werden müssen.

  • @Freigeist
    Kein Mensch hätte etwas gegen saubere "erneuerbare" Energie einzuwenden.
    Nur: funktionieren müsste es. Und da habe ich -nicht seit gestern- große Zweifel. Die Welt hatte vor ein paar Tagen mal einen Bericht zu den Kohlekraftwerken. Da war auch eine Abbildung bei. Im Dezember funktionierten unser Super-Duper-EE-Kraftwerke grad mal gar nicht. Irgendwie passt da wohl was nicht. Wir subventionieren den Grünstrom bis aufs geht nicht mehr (natürlich ALLES nur fürs Klima) - und das Ergebnis ist: an kalten Wintertagen NULL Erzeugung. Speichertechnologien gibt es keine nennenswerten, also kann es auch nicht funktionieren. An der Belastung des sogenannten Eigenverbrauchs(Anlagen bis 10KW wohl NOCH ausgenommen) mit EEG-Entgelten sieht man, dass es nicht um die Ökologie geht, sondern nur um die Einnahmen aus einem Geschäftsmodell, dass auf die Schädigung eines Dritten aufgebaut ist. Zwangsabgeben im planwirtschaftlichen Energiemodell - das ist es.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article123614018/Stromproduktion-aus-Kohle-klettert-auf-Rekordwert.html
    "Wind und Sonne tragen zuweilen über weite Zeiträume fast nichts zur Stromversorgung bei. Als der Orkan "Xaver" abgezogen war, setze eine Flaute mit Hochnebel ein. In der Erzeugungskurve der zweiten Dezemberwoche wird der Windkraft-Anteil zu einer hauchdünnen Linie. Auch die Solaranlagen produzieren nur für zwei oder drei Stunden am Mittag minimale Mengen. Konventionelle Kraftwerke, in der Grafik die große graue Basis, mussten die ganze Woche über die Last der Stromversorgung fast allein tragen. In Zeiten typischer winterlicher Hochdrucklagen kann eine solche Situation auch mal zwei Wochen anhalten. Der Beitrag von Biomasse- und Geothermie-Anlagen ist so gering, dass er in diesem Grafikmaßstab nicht gezeigt werden kann. Die aktuell verfügbaren Pumpspeicher könnten Deutschland vier oderfünf Stunden lang mit Strom versorgen, nicht aber eine ganze Woche." Zitat Ende

  • FAZ.net 28.01.2014:
    >>Die erneuerbaren Energien sollten zu einem Beschäftigungswunder in Deutschland führen. Geschehen ist das nicht, im Gegenteil.
    Sinkende Beschäftigung Jede dritte Stelle in der Solarindustrie ist weg
    Die grüne Revolution in der deutschen Industrie sollte zu einem neuen Beschäftigungswunder in Deutschland führen. Doch zur guten Lage am Arbeitsmarkt tragen die mit Milliardensummen geförderten Ökobranchen kaum bei.
    Christoph Schmidt, der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, hatte berechnet, dass jeder dieser Arbeitsplätze im Jahr mit 175.000 Euro gefördert wird. Angesichts des Vergleichswerts von 75.000 Euro in der Steinkohleförderung stellte er früh die Frage nach der Nachhaltigkeit<<.

    Zur objektiven Information auch sehr gut geeignet: Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn "Energiewende ins Nichts".
    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/energiewende-ins-nichts-teil-1-anmerkungen-zum-vortrag-von-prof-hans-werner-sinn/
    Alt_Brief_Vortrag_Sinn_Energiewende_ins_Nichts_31.12.2013.pdf

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