Energieversorger
RWE verdient wieder Milliarden

Der Energiekonzern RWE hat das erste Halbjahr mit einer Gewinnsteigerung abgeschlossen. Vor allem dank Zuwächsen im Ergebnis der Handelstochter stieg das betriebliche Ergebnis um 3,8 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Die Erlöse gingen dagegen zurück. An seiner Prognose für das laufende Jahr hält der Dax-Konzern fest.

DÜSSELDORF. Der Energiekonzern RWE dämpft die Hoffnungen der Verbraucher auf kräftig sinkende Strompreise. Der für das Deutschland-Geschäft zuständige Vorstand Rolf Martin Schmitz warnte gestern bei der Vorlage des Zwischenberichts vor einem Anstieg der staatlichen Lasten: Die Umlage für erneuerbare Energien werde 2010 von derzeit 1,1 Cent auf vermutlich 1,8 Cent je Kilowattstunde (KWh) steigen. Dies hebe die sinkenden Preise im Stromgroßhandel teilweise wieder auf.

Laut dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) werden die Kosten für die Förderung von Wind- oder Solarenergie auf alle Stromkunden umgelegt. Mit der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen der garantierten Vergütung für die Einspeisung von grünem Strom ins Netz und dem Marktpreis ausgeglichen. Weil die Produktion von erneuerbarer Energie rasant wächst, steigt auch die EEG-Umlage. Beim aktuellen durchschnittlichen Preis für Privathaushalte von rund 23 Cent würde die EEG-Umlage die Preise um knapp drei Prozent erhöhen, also um knapp 0,7 Cent.

Der Effekt dürfte zumindest einen Teil der Preissenkungen im Stromgroßhandel wieder aufzehren. Dabei hoffen die Stromkunden auf spürbare Entlastungen. Schließlich sind die Notierungen im Großhandel wegen der Wirtschaftskrise deutlich gesunken – am Terminmarkt kostet eine KWh zur Lieferung 2010 derzeit mit rund fünf Cent fast 2,5 Cent weniger als noch ein Jahr zuvor.

Finanzvorstand Rolf Pohlig betonte aber, dass Beschaffungskosten und Vertriebsmarge nur rund 30 Prozent der Strompreise ausmachten. Der Rest entfalle auf die Netzkosten und staatliche Abgaben – neben der EEG-Umlage unter anderem auch noch Strom- und Mehrwertsteuer,

Im ersten Halbjahr hat sich RWE trotz der Wirtschaftskrise gut behauptet. Das Betriebsergebnis stieg um vier, der bereinigte Nettogewinn um fünf Prozent. Der Zwischenbericht lag leicht über den Erwartungen der meisten Analysten.

RWE profitiert nach Pohligs Worten davon, dass der Konzern seine Stromproduktion schon langfristig am Terminmarkt verkauft hat. Wenn ein Großkunde den Strom jetzt nicht abnehmen könne, helfe RWE zwar, diesen im Spotmarkt zu platzieren, einen Verlust habe der Energiekonzern dadurch aber nicht. Auch ein Komplettausfall wegen einer Insolvenz sei selten. Lediglich beim angeschlagenen Handelskonzern Arcandor sitzt RWE auf einer Stromrechnung von einer Mio. Euro. Auch für 2010 hat der Stromproduzent schon über 90 Prozent seiner Lieferungen verkauft – zu einem Durchschnittspreis von über sechs Cent je KWh.

Erfolgreich gestoppt hat RWE inzwischen den Kundenschwund. Im ersten Halbjahr kamen unter dem Strich 60 000 neue Stromkunden hinzu, seit Sommer 2008 sind es über 140 000. Allein die Billigmarke Eprimo hat inzwischen 580 000 Strom- und 28 000 Gaskunden.

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