Energieversorger
RWE will neuen Atommeiler auf die Insel setzen

Der Energiekonzern RWE erwägt den Bau eines Atomkraftwerks in Großbritannien – Optionen für das nötige Stückchen Land hat sich RWE schon einmal gesichert. Bis zu fünf Millionen Haushalte könnte RWE versorgen.

HB LONDON. Das Unternehmen habe sich nahe dem bestehenden Meiler Wylfa auf der nordwalisischen Insel Anglesey Optionen zum Erwerb von Land gesichert, teilte die britische Tochter RWE Npower am Dienstag mit. Zudem habe der Konzern die Rechte zur Einspeisung von Strom in einem Volumen von 3,6 Gigawatt in das Netz erworben. Mit der Menge könnten mehr als fünf Mio. Haushalte versorgt werden.

RWE sei entschlossen, Möglichkeiten für neue Atomkraftwerksprojekte voranzutreiben, sagte der Chef der britischen Tochter, Andrew Duff. Ein Baubeschluss sei aber noch nicht gefasst worden. Großbritannien gehört zu den wichtigsten Märkten des Versorgers. RWE betreibt auf der Insel bereits diverse Kohle- und Gaskraftwerke. Weitere Anlagen, darunter auch Windkraftprojekte, sind in der Planung. Die britischen Kraftwerke des Konzerns erzeugen bislang 10,3 Gigawatt Strom.

Mit der Ankündigung unterstreicht RWE die Pläne von Konzernchef Jürgen Großmann, im Ausland den Bau von Atomkraftwerken voranzutreiben. RWE will sich auch an dem Bau neuer Meiler in Bulgarien und Rumänien beteiligen. Den deutschen Atomkraftwerken droht hingegen wegen des Ausstiegsbeschluss um 2020 das Betriebsende. RWE hofft wie Eon, EnBW und Vattenfall auf eine Abkehr von den Plänen nach der Bundestagswahl 2009.

Atomenergie könne mittel- und langfristig eine saubere, sichere und bezahlbare Energieversorgung leisten, sagte Duff. Die Regierung in London hatte in diesem Jahr den Startschuss für den Bau neuer Atomkraftwerke gegeben. Sie will in Gegenzug die alten Meiler vom Netz nehmen. Das 1971 gebaute AKW Wylfa mit einer Leistung von 980 Megawatt soll 2010 stillgelegt werden.

Wegen der langen Vorlaufzeiten rechnen Branchenexperten damit, dass bis zur Inbetriebnahme neuer Atomkraftwerke auf der Insel mindestens zehn Jahre vergehen. RWE hatte sich auch für den in diesem Jahr zum Verkauf gestellten AKW-Betreiber British Energy interessiert. Den Zuschlag bekam aber für gut 13 Mrd. Euro der französische Energieriese EDF. EDF will bis zu vier Atomkraftwerke in Großbritannien bauen.

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