Energieversorger
Steag will im Ausland wachsen

Nach der Übernahme durch ein Stadtwerke-Konsortium will der Energieversorger Steag eine Milliarde Euro investieren. International soll vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energie ausgebaut werden.
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EssenDeutschlands fünfgrößter Versorger Steag will sich nach seiner Übernahme durch ein Stadtwerkekonsortium mit einer Milliarden-Investition neu aufstellen. Für 2012 erwartet der Essener Konzern aber zunächst bei stagnierenden Umsätzen schrumpfende Gewinne. Steag kämpft unter anderem mit Verzögernungen beim Bau eines neuen Großkraftwerks im nordrhein-westfälischen Walsum, das nach derzeitigen Planungen nun im September 2013 ans Netz gehen soll. Im kommenden Jahr erwartet Steag dann auch wieder steigende Erträge und Umsätze.

Ein Anteil von 51 Prozent an der Steag war vom Essener Evonik -Konzern an ein Konsortium aus Ruhrgebiets-Stadtwerken verkauft worden, die mit dem Versorger den deutschen Energieriesen wie RWE oder E.ON verstärkt Konkurrenz machen wollen. Ab 2014 können sich die Stadtwerke über Optionsvereinbarungen die übrigen Anteile sichern. Evonik strebt an die Börse und will sich dabei auf das Chemiegeschäft konzentrieren. Steag liefert unter anderem Strom an Großkunden wie die Deutsche Bahn - oder auch den Versorger RWE. Das Geschäft mit der Bahn könnte Steag sogar ausbauen, wenn der Versorger E.ON weiterhin Probleme mit Genehmigungen für sein Kraftwerk in Datteln hat, das die Bahn ebenfalls beliefert.

2011 hatte die Steag ihrem Chef Joachim Rumstadt zufolge den Umsatz um 9,2 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesteigert - dabei halfen auch höhere Steinkohlepreise. Aber auch bei Erneuerbaren Energien konnte Steag den Umsatz steigern, er legte um 11,8 Prozent auf rund 277 Millionen Euro zu, macht aber deutlich weniger als zehn Prozent am Gesamtumsatz aus.

Das soll sich ändern, kündigte Rumstadt an: Langfristig werde ein Anteil am Erzeugungsportfolio von 25 Prozent angestrebt, kündigte Rumstadt an. Beim Gewinn musste die Steag im vergangenen Jahr aber unter anderem wegen Abschreibungen auch auf das Großprojakt Walsum deutlich Abstriche machen. Unter dem Strich blieben 4,9 Millionen Euro - nach 203 Millionen Euro im Jahr zuvor. 109 Millionen Euro schüttete Steag indes an die Eigner aus; dabei seien auch Rücklagen angetastet worden, räumte Rumstadt ein. Rund eine Milliarde Euro will Steag nun in den kommenden drei Jahren in erneuerbare, aber auch in konventielle Energie investieren.

Das internationale Geschäft will der Konzern auch unter dem Mehrheitseigner Stadtwerke ausbauen, unterstrich Rumstadt. Steag betreibt etwa bereits ein Kohlekraftwerk in der Türkei, dort sollen nun Windparks hinzukommen. In Rumänien will Steag rund 200 Millionen Euro in Windparks investieren, und auch im indischen Wachstumsmarkt will Steag zulegen. Der Konzern erwarb dazu Anteile an einem Kraftwerk und geht eine Partnerschaft mit der indischen Hinduja Group ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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