Energieversorger: Verbund will kein Geld mehr in Sorgenia pumpen

Energieversorger
Verbund will kein Geld mehr in Sorgenia pumpen

Der Energiekonzern Verbund ist zwar mit 46 Prozent an Sorgenia beteiligt. Trotzdem will der österreichische Versorger der mit 1,8 Milliarden Euro verschuldeten italienischen Firma keine weiteren Finanzmittel zahlen.
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Wien/MailandDer österreichische Versorger Verbund will kein Geld mehr in seine kriselnde italienische Beteiligung Sorgenia pumpen. „Verbund hat keine Absicht, weitere Finanzmittel zuzuschießen“, sagte eine Firmensprecherin am Montag. Der Energiekonzern hält 46 Prozent an der hoch verschuldeten italienischen Firma, die zuletzt wegen der mauen Wirtschaftsentwicklung hohe Verluste verbucht hatte.

Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, hatte Sorgenia seine Banken Ende vergangenes Jahres um ein Stillhalteabkommen bis Anfang Juli 2014 gebeten: Bis dahin sollten die Institute ihre Kredite nicht fällig stellen. Im Gegenzug dafür verlangen die Institute jedoch Kreisen zufolge Finanzspritzen der Sorgenia-Eigentümer. Das ist neben Verbund die von der Familie De Benedetti kontrollierte Industrieholding CIR. „Verbund ist nicht einmal bereit, mit am Verhandlungstisch zu sitzen - was die Sache für die Banken kompliziert macht. Sie haben einen Brief an die Österreicher geschickt“, sagte eine mit dem Vorgehen des Bankenkonsortiums vertraute Person.

Sorgenia steht bei rund 20 italienischen und ausländischen Banken in der Kreide. Der Schuldenberg beläuft sich auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Hauptgläubiger ist die kriselnde Banca Monte dei Paschi di Siena. Teil des Konsortiums sind auch Intesa Sanpaolo, UniCredit sowie Mediobanca.

Ein weiterer Insider sagte, die Banken würden bei Sorgenia nicht gemeinsam vorgehen. „Verbund hat bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht, seinen Anteil zu verkaufen. Nun suchen die Banken nach potenziellen Käufern und es gab einige Interessensbekundungen aus Kontinentaleuropa“, sagte die Person.

Verbund hat seine Beteiligung an dem italienischen Konzern, in den das Unternehmen in den vergangenen Jahren hunderte Millionen Euro investiert hatte, bereits komplett abgeschrieben. Sorgenia ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Stromversorger Italiens. Die Firma hat in den vergangenen Jahren kräftig in den Bau von Gaskraftwerken investiert - doch die Nachfrage nach Strom ist angesichts der Wirtschaftskrise eingebrochen.

Um möglichst schnell an Geld zu kommen und die Banken zu Zugeständnissen zu bewegen, will sich Sorgenia von dem Geschäft mit Erneuerbarer Energie sowie vom Öl- und Gasfördergeschäft trennen. Eine baldige Rückkehr in die Gewinnzone erwartet das Unternehmen jedoch nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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