Energieversorgung
Alstom setzt auf Kohlekraftwerke

Kohlekraftwerken gehört die Zukunft, da ist sich der französische Anlagenbauer Alstom sicher. Das gilt besonders für Deutschland, wo viele Kraftwerke veraltet sind. Spätestens 2012 sollen die Kraftwerke ohne CO2-Emissionen arbeiten.

DÜSSELDORF / BERLIN. Der französische Anlagenbauer Alstom will von der anstehenden Erneuerung des deutschen Kraftwerksparks profitieren. Man rechne hierzulande mit guten Geschäften, sagte Philippe Joubert, Chef von Alstom Power, am Montag in Berlin. Den eindeutigen Schwerpunkt sieht Joubert dabei im Bau von Kohlekraftwerken.

Man stehe im Kraftwerksbau vor einer Renaissance der Kohle, sagte Joubert: „Es gibt zur Kohle keine Alternative. Allerdings darf man nicht übersehen, dass die Kohle auch Probleme mit sich bringt. Diese lassen sich nur durch besonders effiziente Kraftwerke lösen.“

Alstom ist neben General Electric und Siemens weltweit einer der größten Anbieter im Kraftwerksbau. Das Unternehmen hat schwierige Zeiten hinter sich, sieht sich aber jetzt gut gerüstet.

Der deutsche Kraftwerkspark gilt als veraltet. Die Unternehmen haben mit Hinweis auf unsichere gesetzliche Rahmenbedingungen mit Investitionen lange gezögert. Doch diese Phase des Abwartens ist nach Einschätzung von Alstom vorüber: „Die deutschen Versorger haben längst erkannt, dass sie trotz bestehender politischer Unsicherheiten – etwa im Emissionshandel – in den Bau moderner, effizienter Anlagen investieren müssen. Wir sehen Deutschland daher als einen unserer wichtigsten Märkte an“, sagte Joubert.

Tatsächlich hatten die Energieversorgungsunternehmen in den vergangenen Monaten Investitionen in Deutschland im hohen zweistelligen Milliardenbereich angekündigt. Zuletzt waren allerdings wieder Zweifel laut geworden, ob tatsächlich aus allen Ankündigungen konkrete Projekte werden: Mehrere Unternehmen hatten Investitionen mit Blick auf geplante Gesetzesänderungen wieder in Frage gestellt.

Joubert geht davon aus, dass Alstom seinen Kunden spätestens 2012 CO2-freie Kohlekraftwerke anbieten kann. Das Unternehmen arbeitet an einer Technik, mit der auch bestehende Anlagen nachgerüstet werden können. Bis dahin müsse es darum gehen, neue Anlagen mit möglichst hoher Effizienz zu bauen. „Das ist derzeit die beste Methode der CO2-Vermeidung.“ Frank Stieler, Vorsitzender der Hersteller im deutschen Branchenverband VDMA, wies auf einer Veranstaltung in Berlin allerdings darauf hin, dass für klimafreundliche Kraftwerke große Investitionen erforderlich seien, die der Verbraucher tragen müsse. Diese Kraftwerke seien rund 30 Prozent teurer.

Die deutschen Hersteller von Kraftwerks- und Turbinentechnik profitieren von der weltweit starken Nachfrage. Nach Angaben des Branchenverbandes VDMA erhöhten die deutschen Hersteller 2006 ihren weltweiten Umsatz um 23 Prozent auf rund 17 Mrd. Euro.

Die wichtigsten Absatzmärkte waren China, Indien und die Golfstaaten. Wegen des Preisanstieges bei Gas werden derzeit mehr Kohle- als Gaskraftwerke nachgefragt. Der Markt in Deutschland zog nach Jahren der Stagnation wieder an. Hier ergab sich ein Umsatzplus von 21 Prozent auf zwei Mrd. Euro. Die deutschen Hersteller beschäftigen weltweit 64 000 Menschen davon 20 000 in Deutschland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%