Energiewende: Das Stromnetz wird instabil

Energiewende
Das Stromnetz wird instabil

Die Energiewende stellt die Netzbetreiber vor große Probleme. Sie kommen mit dem Bau neuer Leitungen kaum voran und warnen vor Stromausfällen.
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BerlinDie Energiewende droht an Engpässen im deutschen Stromnetz zu scheitern. Die Netzbetreiber warnen, dass sie gar nicht so schnell neue Leitungen bauen können, wie durch den rasanten Ausbau von Wind- und Solarenergie benötigt werden.

„Die Energiewende ist eine sehr schnelle Transformation eines langsam gewachsenen Energiesystems, und die Netze werden dabei eine Schlüsselrolle spielen – aber wir laufen der Entwicklung bei den Erneuerbaren deutlich hinterher“, sagte Boris Schucht, Geschäftsführer des Netzbetreibers 50-Hertz, der für die Überlandleitungen im Nordosten Deutschlands verantwortlich ist, gestern auf der Handelsblatt Jahrestagung „Energiewirtschaft 2012“. Die Branche stehe unter einem enormen Zeitdruck.

Das deutsche Stromnetz wird sowohl durch den dramatischen Ausbau der erneuerbaren Energien, die bis 2020 ihren Anteil an der Stromerzeugung von 20 auf 35 Prozent ausbauen sollen, als auch das schrittweise Abschalten der 17 deutschen Kernkraftwerke belastet. Es erfordert große Anstrengungen, Angebot und Nachfrage an Strom auszugleichen und so die Spannung im Netz stabil zu halten. Zum einen speisen Wind- und Solaranlagen Strom abhängig vom Wetter unregelmäßig ein. Zum anderen wird das Netz regional unterschiedlich belastet. Während vor allem im Norden Windparks entstehen und dort das Angebot steigt, sind gerade im Süden, wo die Nachfrage hoch ist, vier Reaktoren schon vom Netz.

„Es wird zunehmend schwierig, die Spannung zu halten“, bestätigt der Aachener Energieprofessor Albert Moser. Es sei nicht nur problematisch, dass überhaupt Kraftwerke fehlten, sondern auch an welchen Orten sie fehlten.

Vor allem das Übertragungsnetz steht schon jetzt unter Stress. Das sind die Hoch- und Höchstspannungsleitungen, die wie Autobahnen den Strom über große Strecken transportieren, ehe er über die Verteilnetze vor Ort zum Kunden kommt.

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  • In die Erforschung und Nutzung der Atomenergie sind seit 1950 bereits 200 Milliarden EUR geflossen. Weitere Milliarden kommen durch die Endlagerung hinzu!

    Als seinerzeit im Münsterland die Strommasten wegen den Schneelasten zusammenbrachen, ergaben Untersuchungen, die Masten waren in 50er Jahren gebaut!

    Fakt ist auch, dass die Energiekonzerne ihre jahrelangen Gewinne nicht reinvestiert haben! Statt dessen hat man Aufkäufe im restlichen Europa durchgeführt, die heute teuer abgeschrieben werden müssen!

    Die Förderung der Photovoltaikanlagen hatte zwar das richtige Ziel aber den falschen Weg. Viele zahlen und relativ wenig profitieren! Aber die Abwrackprämie wurde auch von allen bezahlt und nur wenige profitierten!

    Fakt ist aber, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie, Wind- und Wasserenergie stellen ausreichend Ressourcen zur Verfügung! Bei effektiver Nutzung und einem verantwortungsvollen Verbrauch können wir damit den weltweiten Energiebedarf decken!

    Kleines Beispiel? Für was braucht es ein knapp 2.000kg schweres Auto, um einen Menschen zu transportieren? Schauen sie sich mal früh im Berufsverkehr um! Und überlegen sie sich mal, wieviel Energie in die Produktion dieser 2.000kg geflossen ist.

  • Norbert, ich nehme an, dass Sie sehr stolz darauf sind einen Medienbericht zu den "maroden" Netzen repetieren zu können.
    Nach den üblichen technischen Standards ist das Deutsche Stromnetz hervorragend ausgebaut. Man hat von Anfang an anstelle preiswerter Stichleitungen, Ringleitungen angelegt. Das Netz hatte erhebliche Reserven. Dadurch sind die Ausfälle gering. Das Netz hat sogar bislang der Einspeisung grosser Mengen ökoreligiösem Zufallsstrom standgehalten.

    Die Einspeisung von Windmühlen und Solarzellen ist wetterabhängig zwischen 0 und nahe Nennleistung, im Durchschnitt Windmühlen ca. 16% der Nennleistung und Solar ca. 9% der Nennleistung. Aufgrund der Schwankungen bedarf es einer 5 - 10 fachen Ueberdimensionierung mit entsprechenden Kosten.

    Die Dampfkraftwerke sichern die kurzfirstige Netzstabilität durch die Rotationsenergie der Turbinen/Generatoren. Solarzellen führen dagegen zu Netzinstabilitäten. Bis zur religiös motivierten Abschaltung von 8 umweltfreundlichen Kernkraftwerken hatte man auch eine sehr gute Netzstabilität im Sekundenbereich.

    Mit einer zunehmenden Zahl von instabilen beliebigen Einspeisern wird dieses Netz natürlich überfordert und muss auf allen Ebenen ausgebaut werden. Auch dies sind Kosten der Oekoreligion.

    Vandale


  • Hallo Wiwal: Das atomare Zeitalter hat gerade erst begonnen. Die Kernenergie ist unter allen bekannten Optionen die Quelle mit der höchsten Energiedichte, den geringsten Brennstoffkosten, der geringsten Menge toxischer/radiotoxischer Abfälle. In der gesamten kommerziellen Kernenergienutzung gab es lediglich einen grösseren Unfall in Tschernobyl mit 58 direkt zuzuordnenden Todesopfern (UNO Bericht 2005). Letzteres mag im Kontrast zur Berichterstattung Deutscher Medien stehen, zeigt jedoch wie wenig Medienberichterstattung und Wirklichkeit korrelieren. Wenn Sie die Berichte zu Fukushima aufmerksam lesen, werden Sie festellen, dass es dort insgesamt 5 Todesopfer, Ertrinken im Tsunami, Erschlagen durch Aufzug während des Bebens und Überarbeitung zu verzeichnen gab. Die "Todgeweihten" dere Medien sind alle gesund und werden es sehr wahrscheinlich bleiben.

    Eine Energieversorgung basierend auf ökoreligiösen Dogmen und Schlagwörtern führt offensichtlich zum Netzzusammenbruch.

    Vandale

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