Energiewende
Eon spart beim Ausbau der Windparks

Die Energiekonzern Eon will die Kosten für Offshore-Windparks bis 2015 deutlich reduzieren. Gelingen soll dieses Ziel durch günstigere Einkäufe – zum Beispiel bei chinesischen Herstellern.
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BerlinDer Energieriese Eon will die Kosten für Offshore-Windparks deutlich senken. „Damit wollen wir einen Beitrag leisten, dass Strom auch in Zukunft bezahlbar bleibt“, sagte Mike Winkel, Chef von Eon Climate & Renewables, am Rande der Handelsblatt-Tagung „Erneuerbare Energien“ in Berlin.

Winkel hat sich vorgenommen, die Kosten für die milliardenschweren Windparks im Meer bis zum Jahr 2015 um 40 Prozent zu verringern. „Etwa ein Viertel davon haben wir schon erreicht“, sagte er. Er will günstiger bei den Lieferanten einkaufen, setzt auf leistungsfähigere Windkraftanlagen und will bei der Projektierung und dem Bau der Parks sparen.

Offshore-Windparks vor der deutschen Küste waren immer wieder in der Kritik. Denn die Kosten und Risiken sind wegen der Wassertiefe und der extremen Winde groß. Außerdem gibt es Verzögerungen, weil es schwerfällt, die Windkrafträder ans Stromnetz anzubinden.

Nach dem Willen der Bundesregierung lässt sich nur mit großen Offshore-Windparks die Lücke in der deutschen Stromproduktion nach dem Atomausstieg schließen. Sie bereitet deshalb einen Gesetzentwurf vor, der die Haftungsrisiken für die Investoren verkleinert. „Die Energiewende ist in Deutschland das größte Ereignis der vergangenen 60 Jahre nach dem Wiederaufbau und der Wiedervereinigung“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier in Berlin.

Eon-Manager Winkel will die Risiken verringern, indem er günstiger einkauft. Es gebe inzwischen bei den Herstellern von Offshore-Windturbinen mehr Wettbewerb, sagte er. Außerdem startet Eon gerade eine Ausschreibung, um mit Lieferanten aus der Windbranche enger zusammenzuarbeiten. Winkel stellte aber klar, dass sich Eon nicht „exklusiv an ein Unternehmen binden“ wolle.

Neben bekannten Namen wie Siemens oder dem US-Konzern General Electric sind auch chinesische Hersteller als Lieferanten für Winkel nicht tabu. „In Märkten ohne Subventionen sehe ich keine Probleme, chinesische Turbinen einzusetzen.“ Chinesische Konzerne wie Goldwind und Sinovel zählen weltweit zu den Top Ten.

Eon ist als Betreiber von Offshore-Windparks mit einer Leistung von 467 Megawatt – etwa der halben Leistung eines Atomkraftwerks – weltweit die Nummer drei. Bislang hat der Düsseldorfer Konzern aber, anders als sein Essener Konkurrent RWE, noch in keinen größeren Windpark vor der deutschen Küste investiert. Er ist nur am kleinen Testprojekt „Alpha Ventus“ beteiligt.

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  • Windkraft wird zum gleichen Reinfall für die deutsche Industrie wie bei der Solarkraft. Bei Massenprodukten ist Deutschland eben nicht konkurenzfähig.

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