Industrie

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Energiewende: RWE-Chef Terium plant radikalen Strategieschwenk

exklusivBislang ist der Essener Energiekonzern RWE der größte CO2-Emmitent Europas. Unternehmenschef Peter Terium möchte das nun grundlegend ändern: Künftiges Wachstum soll nur noch über erneuerbare Energien erfolgen.

Peter Terium: Der RWE-Chef will den Konzern komplett umkrempeln. Quelle: SAP/dpa
Peter Terium: Der RWE-Chef will den Konzern komplett umkrempeln. Quelle: SAP/dpa

DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium verordnet dem Energiekonzern einen radikalen Strategieschwenk. Der Atom- und Kohlekonzern, der mit seinen Braun- und Steinkohlekraftwerken so viel klimaschädliches CO2 ausstößt wie kein zweites europäisches Unternehmen, soll komplett auf die Energiewende ausgerichtet werden.

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„Wir wollen der glaubwürdige und leistungsstarke Partner für den Wandel des europäischen Energieversorgungssystems werden“, lautet die Mission. Das geht aus einem vertraulichen Papier mit dem Titel „RWE Corporate Story“ hervor, das dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt. „2018 wird sich RWE entscheidend an der Neuausrichtung der Energiewirtschaft in Europa beteiligt haben“, gibt Terium darin den Mitarbeitern als neues Ziel vor.

RWE-Chef Terium „Unser Ergebnis wird dramatisch sinken“

RWE-Chef Terium sieht kein Licht am Ende des Horizonts für den Energieversorger und kündigt weitere Sparprogramme an. Auch einen Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen schließt er offenbar nicht mehr aus.

So soll RWE nur noch in erneuerbare Energien investieren – und nicht mehr in neue fossile Kraftwerke. Zugleich will der Konzernchef im Vertrieb und im Verteilnetz neue Geschäftsmodelle für dezentrale Energien entwickeln. 2020 soll die konventionelle Stromerzeugung laut dem Strategiepapier nur noch maximal ein Fünftel des Betriebsergebnisses ausmachen, 2012 war es mehr als die Hälfte.

  • 31.10.2013, 20:49 UhrRealVision

    Eine Industrienation kann nicht mit Wind und Sonne versorgt werden???? Welcher Fachmann hat sich denn da zu Wort gemeldet? Ingenieur im Atomkraftwerk?
    Schon mal was von Biogasanlagen, Geothermie oder Power to Gas gehört? Wohl eher nicht.... Kann auch nicht sein, denn dann wüsste dieser Mensch ja, dass Atommüll für 1 MILLION Jahre (!!!!) gelagert werden muss. Und wo bitte? Auf dem Mond oder was?
    [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 31.10.2013, 12:28 UhrAtomkraftwerksende

    Hier spricht ja ein "absoluter Fachmann" ;-)
    Subventionen bei Atom unter den Tisch gekehrt, von der steuerlichen Seite und der EEG Umlage keine Ahnung, Kosten bei der "Endlagerung" vergessen und Tschernobyl,Fukushima und die schwedischen AKW Beinahekatasrophe vergessen. So einem gehören die Brennstäbe zur Wiederaufbereitung in den Keller gelegt!

  • 31.10.2013, 11:39 UhrPartner

    Zu blöd. Jetzt auch noch RWE. Ja sind die denn jetzt alle „ökoreligiös“ und den Grünen verfallen? Dabei sind die Argumente sowas von sonnenklar! Eine Industrienation kann nicht mit Wind und Sonne versorgt werden. Das geht physikalisch gar nicht und wirtschaftlich macht das auch keinen Sinn. Nichts ist so billig wie Atomstrom. Die Briten machen es vor. Und die Grundlast, was machen wir denn mit der Grundlast? Weiß den RWE nicht, dass Nachts keine Sonne scheint, oder Wind nicht immer weht?
    Oder ist das vielleicht ein terroristischer Langzeitakt, der die Zerstörung des Industriestandortes Deutschland zum Ziel hat?

    Es kann auf keinen Fall etwas damit zu tun haben, das den Erneuerbaren die Zukunft gehört, ein enormes technisches Entwicklungspotential haben, stetig günstiger werden und nahezu sämtliche Nationen dieser Welt sich mit Ausbauplänen im Bereich der EE beschäftigen. Jedes Kind weiß, dass das ideologischer Käse ist.

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