Energiewende
RWE stellt sich auf längere Durststrecke ein

RWE wird nach den Worten von Vorstandschef Peter Terium bis 2015 brauchen, um nach dem Atomausstieg wieder zur alten Stärke zu finden. Zugleich verteidigte er die geplanten Stellenstreichungen.
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Düsseldorf „Vermutlich werden wir solange brauchen, bis Schulden und Ertragskraft wieder in einem zufriedenstellenden Verhältnis stehen“, sagte Terium dem Handelsblatt. „2015 wird RWE ein anderes Unternehmen sein, das robuster, nachhaltiger und internationaler ist“, verspricht er aber.

RWE ist nicht zuletzt durch die Energiewende, aber auch durch Probleme im Gasgroßhandel und sinkende Margen in der Stromproduktion in Probleme gekommen. Der Konzern strebt  an, dass die Nettoverschuldung den operativen Gewinn, das EBITDA, nicht um den Faktor drei übersteigt. Ende 2011 hatte der Verschuldungsgrad bei 3,5 gelegen. „Wir müssen deshalb das Ergebnis steigern, die Schulden reduzieren und die Ausgaben einschränken“, sagte er.

Terium verteidigte die geplanten Stellenstreichungen. „Es ist nicht mein Ziel, Mitarbeiter zu entlassen. RWE muss aber fit werden für einen härteren Wettbewerb.“ Der Vorstandschef hatte am vergangenen Dienstag ein Sparprogramm verkündet. Unter anderem will er 2400 Stellen in der Verwaltung streichen oder verlagern – zusätzlich zu den bereits geplanten 8000 Stellen.

Forderungen der Gewerkschaften den Vertrag zur Beschäftigungssicherung, der zum Jahresende ausläuft, langfristig zu verlängern, weist er zurück: „Ich kann beim besten Willen nicht zusagen, dass RWE für die kommenden elf Jahre, so lautet die Forderung, komplett auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten kann. Solche langfristigen Garantien sind in Zeiten von Eurokrise, Finanzkrise und Energiewende nicht mehr möglich“, sagte Terium. Und er verweist auf das Beispiel Eon. „Bei Konkurrenten wurde solchen Flexibilisierungen zugestimmt. Dort sind betriebsbedingte Kündigungen als Ultima Ratio möglich.“

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