Eng mit den Behörden zusammengearbeitet
BASF droht weitere Kartellstrafe

Offenbar muss der Chemiekonzern BASF erneut mit einer Kartellstrafe der Europäischen Kommission wegen Preisabsprachen im Vitamingeschäft rechnen.

HB LUDWIGSHAFEN. In dem aktuellen Fall gehe es um das Vitamin B-4 (Choline Chloride), das bei der Tierernährung eingesetzt werde, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Ludwigshafen und bestätigte damit entsprechende Presseberichte. Er stehe in Zusammenhang mit der EU-Strafe aus dem Jahr 2001 von 296,2 Millionen Euro und sei von dem früheren Verfahren abgetrennt worden.

Wegen des Vitaminkartells hatte die EU-Kommission gegen die BASF und sieben andere Chemieunternehmen insgesamt ein Bußgeld von 855,22 Millionen Euro verhängt. Der Sprecher betonte, die BASF habe dabei eng mit den Behörden zusammengearbeitet und alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Dem Unternehmen lägen keine Gründe vor, warum der Fall wegen möglicher Preisabsprachen bei dem Vitamin B-4 damals nicht mitbehandelt worden sei.

Zugleich teilte BASF auf einer Veranstaltung in Frankfurt mit, die Umstellung in der Bilanzierung auf den Bilanzierungsstandard IFRS würde beim Ludwigshafener Chemiekonzern in diesem Jahr zu einem höheren Betriebsergebnis und Konzernüberschuss führen. Der Gruppengewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) würde nach dem IFRS-Standard 2004 voraussichtlich um 250 Mill. € höher liegen. Beim Konzernüberschuss würden es nach IFRS-Standard rund 200 Mill. € mehr sein. Insbesondere der Wegfall der planmäßigen Goodwill-Abschreibung sowie ein geänderter Ausweis von Pensionsverpflichtungen in der IFRS-Bilanzierung seien dafür verantwortlich.

BASF will bis Ende dieses Jahres seinen Abschluss noch nach dem HGB-Standard ausweisen. Ab dem nächsten Jahr soll dann die IFRS-Rechnungslegung zur Anwendung kommen, wobei die Vergleichszahlen für 2004 entsprechend rückwirkend angepasst werden. Das erste Quartal 2005 soll dann das erste Jahresviertel sein, bei dem bei BASF in IFRS bilanziert wird. Nach Einschätzung der Ludwigshafener führt die Einführung der IFRS-Rechnungslegung vor allem zu einer besseren Vergleichbarkeit der Abschlüsse in Europa und Nordamerika.

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