Engelhard-Übernahme
Für BASF wird es richtig teuer

Strategisch sinnvoll, doch womöglich zu teuer: Das ist der Tenor der Reaktionen auf die Ankündigung von BASF, den US-Spezialchemiehersteller und Katalysatorenproduzenten Engelhard zu übernehmen. Doch der Chemiekonzern lässt sich nicht entmutigen und kämpft um die Übernahme.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Gegen den Dax-Trend gaben die BASF-Papiere daher leicht nach. Wohl auch deshalb, weil der Ludwigshafener Chemiekonzern für die Übernahme des Unternehmens mehr ausgeben müssen wird als die offiziell zunächst genannten 4,9 Mrd. Dollar An der Wall Street lag der Kurs der Engelhard-Aktie mit 38,20 Dollar bereits über den von BASF gebotenen 37 Dollar.

Als strategisch sinnvoll wird der Kauf gesehen, weil BASF durch die Übernahme seine Stellung gegenüber den beiden nennenswerten Konkurrenten im Markt für Autokatalysatoren Johnson Matthey (Großbritannien) und Umicore (Belgien) deutlich ausbauen würde. Johnson Matthey erzielte in seinem Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von rund 6,7 Mrd. Euro, Umicore weist für 2004 einen Umsatz von 5,7 Mrd. Euro aus. Engelhards Umsatz betrug zuletzt 4,2 Mrd. Dollar. BASF zufolge hat der weltweite Markt für Autokatalysatoren ein Volumen von etwa 2,5 Milliarden Dollar.

Sowohl die Briten wie die Belgier bezeichneten bei der Veröffentlichung ihrer Zahlen den Markt für Autokatalysatoren ebenfalls als sehr aussichtsreich. Was BASF-Vorstandsvorsitzender Jürgen Hambrecht unterstrich: „Durch die Übernahme würde BASF zu einem weltweit führenden Anbieter im dynamisch wachsenden Katalysatormarkt werden.“ Vor allem mit der Zusammenführung der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen beider Unternehmen würde sich BASF eine weltweit einzigartige Technologie-Plattform für Katalysatoren schaffen und sich dadurch weiteres Wachstums- und Innovationspotenzial eröffnen, ist Hambrecht überzeugt.

BASF bestätigte, dass Engelhard ein „sehr komplexes Szenario“ von Abwehrmaßnahmen für Übernahmeangebote besitze. Inzwischen sei es übliche Praxis, dass sich US-Unternehmen gegen Übernahmen mit zusätzlichen Bestimmungen in ihren Satzungen wappnen. Der BASF-Sprecher sagte aber auch: „Wir sind optimistisch, dass Engelhard das Interesse seiner Aktionäre sieht und davon keinen Gebrauch macht.“ BASF will sein Angebot in einigen Tagen offiziell bei der Börsenaufsicht SEC vorlegen.

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