Englisches GM-Werk lahmgelegt
Streik in Bochumer Opel-Werk beendet

Die Belegschaft des Bochumer Opel-Werks hat nach siebentägigem Ausstand die Arbeit wieder aufgenommen. Wegen der Streiks musste am Mittwochnachmittag bereits die Produktion im englischen Vauxhall-Werk Ellesmere Port eingestellt werden. Opel beziffert den bisherigen Produktionsausfall auf 6500 Autos.

HB BOCHUM. Die Arbeitnehmer reagierten mit ihrer Entscheidung, die Arbeit wieder aufzunehmen, auf Fortschritte in den Gesprächen von Gesamtbetriebsrat und Management, die sich darauf verständigt hatten, dass das Bochumer Werk langfristig erhalten werden soll, wenn es wettbewerbsfähig sei.

Der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters hat die Wiederaufnahme der Arbeit im Bochumer Opel-Werk begrüßt. „Das ist ein richtiges Signal der Belegschaft, das jetzt die Möglichkeiten für Verhandlungen eröffnet, die schwierig genug werden“, sagte Peters am Mittwoch in Frankfurt. „Auf der anderen Seite haben die Beschäftigten deutlich gemacht, dass sie nicht mit sich wie ein Karnickel umspringen lassen. Das sollte das Management wissen“, fügte Peters hinzu.

Ein Sprecher des Betriebsrates sagte am Mittwoch, mehr als 4600 von 6400 abgegebenen Stimmen seien für weitere Verhandlungen mit dem Management und eine Wiederaufnahme der Arbeit abgegeben worden. Der Betriebsrat habe damit den Auftrag, weiter über die Sparpläne des US-Mutterkonzerns General Motors(GM) mit dem Opel-Vorstand zu verhandeln. Jetzt lägen schwierige Verhandlungen vor den Arbeitnehmervertretern, sagte Betriebsratschef Dietmar Hahn.

1700 der insgesamt 9600 Bochumer Opel-Beschäftigten stimmten für eine Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen, sagte Betriebsratschef Dietmar Hahn nach der Abstimmung. Die Frage an die Belegschaft lautete: „Soll der Betriebsrat die Verhandlung mit der Geschäftsführung weiterführen und die Arbeit wieder aufgenommen werden?“ Die Frage sei vom Betriebsrat und nicht von dem Management formuliert worden, betonte Hahn unter Hinweis auf die Verknüpfung der beiden Aspekte. Streikbefürworter hatten die Fragestellung kritisiert.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat, die am Donnerstag fortgesetzt werden sollen. Ort und Zeitpunkt wurden zunächst nicht mitgeteilt. Nach der ersten Runde am Montag hatte Opel betont, beide Seiten strebten einen Erhalt der deutschen Standorte über das Jahr 2010 hinaus und eine Beschäftigungssicherung an. Die deutschen Werke müssten allerdings wettbewerbsfähig gemacht werden. „Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen ist eine notwendige Bedingung für ein Sparpaket“, forderte IG-Metall-Vizechef Berthold Huber im „Tagesspiegel“ vom Donnerstag.

Ein Mitglied des Betriebsrates sagte, bei Opel müssten nun endlich Verträge auf den Tisch, die jeder Arbeitnehmer verstehen könne. Sonst gebe es die Möglichkeit, erneut die Arbeit niederzulegen. Die Opel-Mitarbeiter in Bochum haben seit der Bekanntgabe der drastischen GM-Sparpläne am vergangenen Donnerstag nicht mehr gearbeitet.

Seite 1:

Streik in Bochumer Opel-Werk beendet

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%