Entgegen Prognosen: Produktion ist im November stärker eingebrochen

Entgegen Prognosen
Produktion ist im November stärker eingebrochen

Die deutsche Gesamtproduktion ist im November vergangenen Jahres stärker gesunken als erwartet. Im Monatsvergleich habe sie sich um 0,6 Prozent abgeschwächt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.
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BerlinIn Deutschland hat sich die Gesamtproduktion im November stärker als erwartet abgeschwächt. Die Produktion sei im Monatsvergleich um 0,6 Prozent gesunken, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit.

Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Im Oktober war die Produktion noch um 0,8 Prozent gestiegen. Die wichtige Industrieproduktion ging um 1,0 Prozent zurück, während die Erzeugung im Bauhauptgewerbe kräftig um 4,5 Prozent stieg.

Von Reuters befragte Analysten hatten ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. Sie sagten in ersten Reaktionen:

Andreas Scheuerle, Dekabank:

„Ein schlimmerer Rückgang der Produktionstätigkeit wurde durch ein starkes Plus der Bauproduktion verhindert. Das ist angesichts der schwachen Auftragseingänge in den vergangenen Monaten wohl der ungewöhnlich milden Witterung zu verdanken. Im Dezember dürfte die Witterung ebenfalls merklich stützen. Ansonsten zeichnet sich ein eher schwaches Bild der Industrie ab.

Wie bei den Auftragseingängen leiden derzeit insbesondere die Vorleistungsgüterproduzenten. Dies ist leicht erklärbar: Sie stehen nicht nur am Beginn der Produktionskette und spüren daher Schwächetendenzen frühzeitig. Sie produzieren auch Güter die von den Abnehmern auf Lager gehalten werden, um sie dem Produktionsprozess zuzuführen. Gerade aber bei der Lagerhaltung zeigen sich die Unternehmen aber vorsichtig, denn im Fall der Fälle wollen sie nicht mit vollen Lagern in ein schwaches konjunkturelles Umfeld geraten.“

Thilo Heidrich, Postbank:

„Nach den schwachen Aufträgen sind die Daten nicht so erstaunlich. Nur der Bau konnte wegen des guten Wetters positiv überraschen. Das Produktionsniveau ist aber hoch, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wir haben noch keine bedrohliche Situation. Wir sind zwar in einer Schwächephase, erwarten aber keine Rezession. Für 2012 rechnen wir insgesamt mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes um 1,2 Prozent, falls sich die Schuldenkrise nicht noch verstärkt.“

Jörg Zeuner, Chefökonom VP Bank:

„Ein klarer Trend im Verarbeitenden Gewerbe ist derzeit nur schwierig auszumachen. Während sich der Einkaufsmanagerindex zu stabilisieren scheint, sind die Auftragseingänge im November wieder deutlich eingebrochen. Die Abschwächung der Industrieproduktion dürfte damit vorerst noch weiter anhalten und das Wachstum belasten. Eine Rezession in Deutschland steht vorerst jedoch nicht auf der Agenda.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja was nun? Täglich konträre Meldungen zum gleichen Thema. Gebt doch die Würfel mit denen die Meldungen ausgewürfelt werden mal jemand Anderem, vielleicht wird es dann etwas Konstanter?
    Wirtschaftzszeitung, ohne kompetente Redakteure, was für ein Unsinn?

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