Entlastung in Thüringen
Nach Netzentgelt sinkt der Strompreis

Zum ersten Mal profitieren private Stromkunden direkt von einem Beschluss der Bundesnetzagentur. Der Regionalversorger Eon Thüringer Energie senkt rückwirkend zum ersten August seine Preise.

HB DÜSSELDORF. Ein durchschnittlicher Privathaushalt werde um rund vier Euro im Monat entlastet, sagte ein Sprecher am Montag. Bei einem Verbrauch von 4 500 Kilowattstunden liege die Ersparnis im Jahr bei knapp 49 Euro. Von der Preissenkung würden 600 000 Kunden in Thüringen profitieren.

Die Netztochter des Unternehmens, TEN Thüringer Energienetze, hatte vor einer Woche als erster regionaler Netzbetreiber einen Bescheid der Bundesnetzagentur erhalten. Die Behörde kürzte darin die beantragten Entgelte, die die TEN der eigenen Vertriebsgesellschaft und Konkurrenten für die Nutzung des Stromnetzes in Rechnung stellen darf, um 14 Prozent. Da die Netzentgelte rund 30 Prozent des Strompreises ausmachen, sinken die Kosten, die Eon den Privatkunden in Thüringen in Rechnung stellen kann, um über vier Prozent.

Die deutschen Strom- und Gasnetzbetreiber müssen sich erstmals ihre Netzentgelte genehmigen lassen. Die Bundesnetzagentur und die Landesbehörden, die sich die Aufgabe teilen, stehen aber vor einer Mammutaufgabe. Die Bundesnetzagentur, die allein im Stromsektor für die 250 größeren Netzbetreiber zuständig ist, hat bislang erst vier Bescheide versandt. Die anderen Anträge, auch für die Gasbranche, würden nach und nach abgearbeitet, sagte eine Sprecherin.

Inwiefern die Bundesnetzagentur die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Strompreise tatsächlich dämpfen kann, bleibt abzuwarten. Zwar dürften die Netzkosten auch für andere Regionalversorger im Schnitt um über zehn Prozent sinken, gleichzeitig verweisen viele Unternehmen aber bereits auf gestiegene Preise im Stromgroßhandel. Zudem dürften viele Versorger zum ersten Januar die Erhöhung der Mehrwertsteuer an ihre Kunden weiterreichen.

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