
HB HOUSTON. Die Arbeiter hatten in ihrer Klage erklärt, sie seien bei der Freisetzung toxischer Substanzen in dem Werk in Texas City verletzt worden. Die Jury in Galveston sprach jedem der Arbeiter zehn Millionen Dollar zu.
Neun von ihnen sollen außerdem jeweils zwischen 5 000 und 10 000 Dollar Schmerzensgeld erhalten, der zehnte mehr als 240 000 Dollar. Die Entscheidung fiel nach eineinhalbtägigen Beratungen zum Abschluss eines dreiwöchigen Prozesses.
BP äußerte sich entsetzt über die Entscheidung und erklärte, die Arbeiter seien nicht zu Schaden gekommen. Das Urteil sei ungerechtfertigt, und das Unternehmen werde Rechtsmittel einlegen. In dem Prozess hatte BP erklärt, zu dem bewussten Datum sei keine toxische Substanz freigesetzt worden.
Der Anwalt der Kläger äußerte sich zufrieden. Er erklärte, er habe BP vor dem Prozess einen Vergleich vorgeschlagen, der eine Zahlung von jeweils 10 000 Dollar vorsah. Das Unternehmen habe dies jedoch abgelehnt. "Sie wollten einfach nicht zugeben, dass sie etwas freigesetzt haben", sagte Anwalt Tony Buzbee. Die Arbeiter hätten über Halsschmerzen und Schwindelgefühle geklagt, einer sei ohnmächtig geworden. Langzeitschäden an den Lungen habe keiner davongetragen.
Insgesamt waren laut der Klage bei dem Zwischenfall im April 2007 mehr als 100 Arbeiter in Krankenhäuser eingeliefert worden. In der Raffinerie 50 Kilometer südöstlich von Houston wurden 2005 bei einer Explosion 15 Menschen getötet und 170 verletzt. Es war der schwerste Industrieunfall in den USA seit 1990.