Entscheidung am Dienstag
Metall-Tarifpartner suchen schweren Kompromiss

Vor der entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Metallindustrie am Dienstag geben sich beide Parteien kompromissbereit. Wie eine Einigung aussehen könnte, ist allerdings kaum zu sagen. Zu liegen die Positionen von Arbeitgebern und IG Metall auseinander.

HB SINDELFINGEN. Vor der entscheidenden Metall-Tarifrunde an diesem Dienstag in Sindelfingen haben beide Seiten ihre Kompromissbereitschaft bekräftigt. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser gab sich vorsichtig optimistisch, dass der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie gelöst werden kann. Grundsätzlich erscheine das "nicht unmöglich", sagte Kannegiesser der "Südwest Presse" in Ulm (Samstag). IG-Metall-Chef Berthold Huber signalisierte erneut ein Entgegenkommen der Gewerkschaft bei der Laufzeit des Tarifvertrags. Wenn die Lohnzahl stimme, hätte die IG Metall kein Problem damit, über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen, sagte Huber der "Wirtschaftswoche". Er verstehe, dass die Betriebe Planungssicherheit bräuchten.

Huber beharrte zwar auf der 8-Prozent-Forderung der IG Metall, räumte aber ein, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, seit die Gewerkschaft diese Forderung beschlossen habe. Für Unternehmen in Schwierigkeiten gebe es aber schon seit Jahren tarifliche Regelungen, die betriebliche Sonderlösungen erlaubten. Huber verwies auf die Möglichkeit temporärer Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich.

Ein Arbeitskampf ist nach Einschätzung des IG-Metall- Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, nur durch ein klares Signal der Arbeitgeber zu vermeiden. "Entweder es geht um mehr, oder es geht gar nicht mehr", sagte Burkhard der dpa. Die IG Metall wolle zwar keinen Streik, aber auch keine Einigung um jeden Preis.

An diesem Dienstag kommen die Tarifpartner in Baden-Württemberg zur entscheidenden Verhandlungsrunde zusammen. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge wollen sich die Spitzen von IG Metall und Arbeitgebern in die Verhandlungen im Südwesten einschalten, um einen Streik in letzter Minute zu verhindern. Für die 3,6 Mio. Beschäftigten der Branche fordert die IG Metall acht Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber hatten 2,1 Prozent plus einer Einmalzahlung für November und Dezember 2008 geboten. Diese Offerte bedeute einen Reallohnverlust, betonte Burkhard. Er versprach zugleich, dass sich die IG Metall bewegen werde, wenn die Arbeitgeber es ernst meinten.

Kannegiesser betonte, auf der Basis des ersten Angebots der Arbeitgeber solle verhandelt werden: "Die Struktur unseres Angebots bietet Ansatzpunkte." Er wollte sich nicht festlegen, ob die Tarifeinigung in der österreichischen Metallindustrie ein Vorbild sein könne. Dort wurden gerade 3,9 Prozent mehr Lohn für 2009 und eine Einmalzahlung von 100 bis 250 Euro je nach Gewinnsituation vereinbart. Kannegiesser bestritt, dass Streiks manchem Unternehmen angesichts fehlender Aufträge gelegen kommen könnten.

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