Entscheidung im GM-Standortpoker: Rüsselsheim hat die Nase vorn

Entscheidung im GM-Standortpoker
Rüsselsheim hat die Nase vorn

Im Poker um die Fertigung der Mittelklassemodelle von General Motors ist die Entscheidung offenbar zu Gunsten von Opel gefallen. Aus Konzernkreisen verlautete, dass die offizielle Entscheidung am Freitag verkündet werden soll.

fas DÜSSELDORF. Der unterlegene schwedische Saab-Standort Trollhättan soll im Gegenzug die Fertigung von Cadillac-Modellen für den europäischen Markt erhalten, teilte GM am Dienstag in Zürich mit. Für die in den vergangenen Monaten dezimierten deutschen Opel-Werker zeichnet sich damit eine vorerst sichere Zukunft ab. Der Betriebsrat des Autobauers musste die Standortgarantien aber mit hohem Stellenabbau und Zugeständnissen bei den Löhnen erkaufen.

Mit einer salomonischen Lösung schlichtet General Motors das Standortpoker zwischen seinen europäischen Töchtern Opel und Saab. Die GM-Europazentrale gab heute bekannt, dass die Schweden künftig den Cadillac BLS für den europäischen Markt bauen sollen. Das Auto wird derzeit auf dem Autosalon in Genf vorgestellt. „Mit der Entscheidung für die Cadillac-Produktion haben wir ein Zeichen gesetzt, dass Trollhättan für GM auch weiter ein wichtiger Produktionsstandort ist“, sagte Europachef Fritz Henderson heute in Genf.

Damit gilt es als sicher, dass Opel in seinem Stammwerk Rüsselsheim ab 2008 die Mittelklassemodelle Opel Vectra und Saab 9.3. produzieren wird. Obwohl GM offiziell eine solche Entscheidung nicht bestätigen wollte, heißt es aus Konzernkreisen, dass der Zuschlag für Opel am Freitag bekannt gegeben werden könnte. Damit wären die deutschen Werke mittelfristig gerettet.

Zuvor soll aber noch der Zukunftsicherungsvertrag mit den Opel-Beschäftigten unterzeichnet werden. Dieser schreibt für die Opel-Werke Kaiserslautern, Bochum und Rüsselsheim flexiblere Arbeitszeiten und drastische Einschnitte bei den Löhnen vor. Im Gegenzug verpflichtet sich General Motors zu hohen Investitionen in den kommenden Jahren in die deutschen Standorte.

GM fährt in Europa hohe Verluste ein und will mit einem im vergangenen Jahr angeschobenen Sparprogramm so rasch wie möglich schwarze Zahlen erreichen. Im Dezember 2004 hatte der Konzern in Verhandlungen mit dem Opel-Betriebsrat durchgesetzt, dass in den deutschen Werken rund 9500 Stellen abgebaut werden. Bislang haben 4500 Opel-Beschäftigte die ausverhandelten Abfindungen angenommen.

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