Entscheidung im Juli
Heiße Phase für VDO beginnt

Siemens entscheidet wohl noch im Juli über Verkauf oder Börsengang der Autozuliefer-Tochter VDO. Für den Sprung auf das Parkett startet die jetzt den Schönheitswettbewerb bei Analysten führender Banken. Doch Continental und der US-Zulieferer TRW hoffen weiter darauf, direkt zum Zuge zu kommen.

mwb STUTTGART. Die erste große Bewährungsprobe für den neuen Siemens-Chef steht bevor. Am 25. Juli stellt Peter Löscher dem Aufsichtsrat sein Konzept für die Zukunft des Autozulieferers Siemens VDO vor, dann dürfte die Entscheidung über Verkauf oder Börsengang fallen. Letztere Option treibt VDO unvermindert voran: Am Montag beginnt der Schönheitswettbewerb bei den Analysten drei führender Banken: Goldman Sachs, Morgan Stanley und Deutsche Bank.

Ende Januar hatte Siemens angekündigt, 25 bis 49 Prozent des Automobilzulieferers an die Börse bringen zu wollen. Den Plänen zufolge soll das noch im laufenden Geschäftsjahr 2006/2007 geschehen, also vor dem 30. September. VDO wolle den Börsengang, sagte VDO-Vorstandschef Wolfgang Dehen zuletzt – kein Wunder, wäre er doch bei einer Übernahme durch einen strategischen Investor seinen Job los.

Gebannt schaut die Branche darauf, ob Siemens VDO an den Kapitalmarkt geht oder doch noch bei einem Investor aus der Branche landet. Je nachdem könnte es die gesamte Zulieferindustrie durcheinander wirbeln. „Es sieht ja nicht danach aus, als ob VDO bei Continental landen würde“, sagt der Vorstand eines großen Zulieferers dem Handelsblatt. Der Hannoveraner Konzern hatte zuletzt offen sein Interesse bekundet und zehn Mrd. Euro für die Siemens-Sparte geboten. Selten zuvor geriet die Entscheidung von solcher Tragweite zu einer derartigen langwierigen Poker-Partie.

Als Grund gilt unter anderem der Führungswechsel beim Mutterkonzern Siemens. Die Verzögerung könnte sich aber für den zuletzt arg gebeutelten Münchener Traditionskonzern auszahlen. Preise für Übernahmen schießen in die Höhe seit Beteiligungsunternehmen wie Cerberus gefallen an der Automobilindustrie gefunden haben und sehr zum Missfallen der Branchenunternehmen kräftig mitmischen. Nur wenn Conti kräftig nachbessert, dürfte der Börsengang abgesagt werden. „Die Preise sind für strategische Investoren nicht mehr vernünftig“, warnt ein führender Manager aus der Zulieferbranche.

Continental hält sich seit der öffentlichen Interessenbekundung zurück. Zu verlockend wäre der Deal für die Niedersachsen. Mit einem Schlag wäre Conti beim Umsatz auf Augenhöhe mit Bosch, dem weltgrößten Autozulieferer mit 27 Mrd. Euro Umsatz im Autogeschäft. Mit VDO würde Continental den technologisch anspruchsvollen Bereich der Autoelektronik stärken.

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