Entscheidung in den Staaten
Nokia versucht in den USA die Wiederbelebung

Der finnische Riese taumelt dem Abgrund entgegen und das Lumia 900, gerade in den USA eingeführt, soll's richten. Kein anderer Smartphone-Start hatte für Nokia wohl jemals ähnliche Bedeutung. Alle Hoffnung ruht auf Amerika.
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San FranciscoEin Lob zum kritischen Zeitpunkt: „Ich mag es wirklich und werde mein Windows Phone immer dabei haben“. Apple-Mitgründer Steve Wozniak zeigte sich in einem Interview mit der Website aNewDomain am Wochenende begeistert. Schon am 13. April hatte er getwittert: „Lasse Frühstück ausfallen, gehe zum AT&T-Store und versuche, ein Lumia 900 zu bekommen.“ Nokia-Chef Stephen Elop hatte prompt geantwortet: „Willkommen in der Lumia 900-Familie.“

Nokia, der finnische Riese, taumelt dem Abgrund entgegen und das Lumia 900, gerade in den USA eingeführt, muss es richten. Kein anderer Start eines Smartphones hatte für die Finnen wohl jemals ähnliche Bedeutung. Der Wiedereintritt in den US-Markt, wo Nokia zur Bedeutungslosigkeit verkommen ist, ist unabdingbare Voraussetzung für eine Wiederbelebung der Marke. Wer im Heimatland der Smartphones, der Hochburg der iPhones und Androids, nicht Furore machen kann, der wird es auch im Rest der Welt nicht schaffen. Das 900 muss jetzt den Weg bereiten für Europa und Asien.

Entsprechend hat Chris Weber ein neues Hobby. Fast das gesamte Wochenende ist der Chef von Nokia USA unermüdlich mit seinen beiden Kindern durch AT&T-Shops im Großraum Seattle gezogen. Er befragt Kunden, spricht mit Verkaufsberatern. Er will wissen, wo Verbesserungsbedarf besteht, was gefällt und was nicht. Er will wissen, ob seine Marketingstrategie ankommt. Nein, der frühere langjährige Microsoft-Manager, der Anfang 2011 zu Nokia kam, will es nicht wissen, er muss es wissen. Denn von seinem Erfolg hängt das Überleben von Nokia ab. 

Pleiten, Pech und Pannen haben den Start begleitet. Das räumt Weber im Gespräch mit dem Handelsblatt ein. Da war der Verkaufsstart am Ostersonntag – als die meisten AT&T-Läden geschlossen hatten. Da waren wenig begeisterte Blog- und Twittereinträge von AT&T-Mitarbeitern. Da war der Softwarefehler, der eine Verbindung zum Internet verhinderte. „Das ist nicht alles glücklich gelaufen“, bedauert Weber, „aber wir haben den Fehler schnell gefunden und behoben.“ Für die Erstkäufer gab es als Entschuldigung eine Gutschrift von 100 Dollar.

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