Entscheidung über Investoren
Opel-Betriebsrat rechnet mit Geduldsprobe

Am heutigen Mittwoch um 18 Uhr endet die Frist für potenzielle Opel-Investoren, um ihre Konzepte vorzulegen. Die nahende Entscheidung sorgt für viel Nervosität. So hat Rheinland-Pfalz Millionen für die geplante Überbrückungshilfe angeboten. Der Betriebsrat der deutschen General-Motors-Tochter rechnet aber nicht damit, schnell Klarheit zu haben.

HB FRANKFURT. Die Entscheidung über einen Investor für den Autobauer Opel wird nach Einschätzung von Betriebsratschef Klaus Franz einige Zeit in Anspruch nehmen. "Dieser Prozess wird mehrere Wochen dauern, bis man sich auf einen finale Entscheidung einigt", sagte Franz.

Am Mittwochabend läuft die von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gesetzte Frist für die Abgabe verbindlicher Konzepte für einen Einstieg bei Opel ab. Neben Fiat und Magna hatte zuletzt auch der Finanzinvestor RHJ International Interesse gezeigt. Finanzkreisen zufolge gilt es derzeit als wahrscheinlich, dass auch RHJ ein Angebot abgibt. Die Chancen, dass der Finanzinvestor tatsächlich zum Zuge kommt, wurden allerdings als gering eingeschätzt.

Eine Absichtserklärung der Investoren könnte bereits diese Woche vorgelegt werden. "Entscheidend wird sein, ob ein Investor ein Memorandum of Understanding abgeben wird, und dann muss auf der Basis weiter gearbeitet werden", sagte Franz. "Wenn ein Investor wirklich heiß auf uns ist, dann wird es sicher der Fall sein. Das kann ich mir schon vorstellen."

Wichtig für die Beschäftigten des Autobauers sei eine europäische Lösung, sagte Franz. Der Betriebsrat habe die Investoren für kommenden Dienstag nach Rüsselsheim eingeladen, um dort vor den europäischen Arbeitnehmervertretern ihre Konzepte zu präsentieren. "Magna hat zugesagt, von Fiat habe ich nichts gehört", sagte Franz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch im Anschluss an die turnusmäßige Sitzung der Bundeskabinetts mit ihren zuständigen Ministern des weitere Vorgehen in Sachen Opel beraten. Ob der Runde bereits die endgültigen Konzepte der Übernahmeinteressenten für Opel vorliegen werden, blieb offen.

Wirtschaftsminister zu Guttenberg hatte bereits für den Fall, dass die Konzepte eine tragfähige Basis hätten, einen Kurzbesuch in den USA ins Auge gefasst, um mit der Opel-Mutter General Motors und deren größter Gläubigerin, der US-Regierung, über diese Pläne zu sprechen. Die letztendliche Entscheidung, ob und wer Opel mit den anderen europäischen GM-Aktivitäten übernehmen könnte, liegt bei den US-Stellen.

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