Entscheidung über Komponentenfertigung fällt bald
Pischetsrieder erwartet Absatzrekord bei VW

Europas größter Autobauer Volkswagen steuert in diesem Jahr bei seinen Absatzzahlen auf ein Rekordergebnis zu.

HB HANNOVER. VW-Chef Bernd Pischetsrieder sagte am Donnerstag in Hannover der Nachrichtenagentur Reuters, er rechne 2005 für seinen Konzern mit einem Absatzplus von mindestens 100.000 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr. „Wir werden mindestens um eine sechsstellige Zahl zulegen.“ Damit hätte VW in diesem Jahr rund 5,18 (Vorjahr: 5,079) Millionen Autos an seine Kunden ausgeliefert. Den bisherigen Rekord hatte VW im Jahr 2001 mit 5,083 Millionen Fahrzeugen erzielt.

Die VW-Aktien reduzierten nach den Äußerungen Pischetsrieders die Kursverluste und lagen zuletzt noch mit 0,1 Prozent im Minus bei 45,93 Euro.

In diesem Jahr habe der Konzern vor allem in Europa deutlich an Marktanteil gewonnen, sagte Pischetsrieder. Die Marken Audi, VW und Skoda hätten sich gut entwickelt, Seat dagegen weniger.

Nach Angaben des europäischen Autoherstellerverbandes ACEA hat VW seinen Marktanteil in Europa von Januar bis November auf 19,2 Prozent von 18,5 Prozent im Vorjahreszeitraum gesteigert.

Auch im kommenden Jahr würden die Märkte keine großen Sprünge nach vorn machen, sagte Pischetsrieder. „Wir glauben aber, dass wir 2006 weltweit Marktanteile gewinnen werden“, fügte der VW-Chef hinzu. „Der Pfad, den Volkswagen mit erfolgreichen Modellen eingeschlagen hat, wird sich fortsetzen.“ Allerdings verwies Pischetsrieder auch auf die harte Konkurrenz vor allem aus Asien. Hier werde die Entwicklung durch den Preiskampf möglicherweise konterkariert.

Bei der Überprüfung, ob VW Bauteile weiterhin selbst fertigt oder künftig Aufträge an Zulieferer vergibt, rechnet Pischetsrieder Ende des ersten Quartals 2006 mit ersten Ergebnissen. Dann werde zum Beispiel auch entschieden, ob im Werk Hannover weiterhin Gussteile gefertigt würden oder nicht.

„Wir brauchen Entscheidungen, die das Unternehmen strategisch voranbringen“, sagte Pischetsrieder. „Jede Leistung, die wir selbst bringen, muss sich mit den Besten am Markt messen.“ Im Zuge seines Sparkurses überprüft der VW-Konzern alle Bauteile auf ihre Wirtschaftlichkeit hin, auch die Komponentenfertigung. In Hannover stehe daher die Gießerei auf dem Prüfstand, wo Zylinderköpfe und Wärmetauscher gefertigt werden.

Ob die IT-Tochter Gedas von Europas größtem Autobauer noch vor Weihnachten den Besitzer wechselt, wie es in Medienberichten hieß, wollte Pischetsrieder nicht sagen. „Dazu äußere ich mich nicht“, sagte er. Einem Pressebericht zufolge sind nur noch T-Systems und der US-Konzern Electronic Data Systems um Gedas im Rennen. Der Kaufpreis habe sich bei 450 Millionen Euro eingependelt.

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