Entstehung eines Giganten
Rusal greift nach Norilsk Nickel

In Russland steht die Entstehung eines neuen Metallurgiegiganten bevor: Rusal, einer der weltgrößten Aluminiumhersteller, wird eigenen Angaben zufolge sein Geschäft breiter aufstellen und ein Viertel am weltgrößten Bunt- und Edelmetallproduzenten Norilsk Nickel erwerben. Nach dem Kauf der Sperrminorität sei nun eine Fusion der beiden möglich.

MOSKAU. Rusal gehört mehrheitlich zur Holding des als kremlnah geltenden Oligarchen Oleg Deripaska. Verkäufer des Norilsk-Pakets in Höhe von 25 Prozent plus einer Aktie ist der bisherige Norilsk-Miteigentümer Michail Prochorow, hieß es. Prochorows Investmentfonds Onexim soll im Gegenzug elf Prozent der Anteile an Rusal sowie "eine Geldsumme“ erhalten. Rusal und Onexim hätten bereits ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. "Mit einer Zusammenlegung würde der weltgrößte Produzent von Aluminium, Nickel, Kupfer, Platin und Palladium entstehen“, sagte Onexim-Generaldirektor Dmitri Rasumow.

Hintergrund des Geschäfts ist auch die Trennung des Milliardärs und Lebemanns Prochorow von seinem alten Geschäftspartner Wladimir Potanin. Nachdem Prochorow im französischen Skiort Courchevel zu Jahresbeginn im Zusammenhang mit einem Callgirl-Skandal festgenommen worden war, hatten beide – angeblich auch auf Druck des Kremls – beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Erst vergangene Woche hatte Prochorow Potanin, der ebenfalls ein Viertel an Norilsk hält, seinen Anteil angeboten – für 15,7 Mrd. Dollar in bar, zahlbar innerhalb von 45 Tagen.

Potanins Holding Interros will aber nur "zu Marktkonditionen kaufen“ und eine unabhängige Schätzung des Aktienpakets einholen. Prochorow will seinen geschlossenen Investmentfonds, der heute Vermögenswerte von rund 17 Mrd. Dollar verwaltet, in den kommenden Jahren zu einem der größten in der Welt machen und die Kapitalisierung auf 30 Mrd. Dollar treiben.

Rusal war erst im März dieses Jahres aus den beiden führenden russischen Aluminiumherstellern Rusal und Sual sowie einer Beteiligung des schweizerischen Rohstoffhändlers Glencore hervorgegangen. Das zusammengelegte Unternehmen beherrscht nach eigenen Angaben 12,5 Prozent des internationalen Aluminiummarktes. Wenig später hatte das Management aber bereits (im Gespräch mit dem Handelsblatt) durchblicken lassen, dass sich der Konzern in Zukunft breiter aufstellen und in die Liga der großen internationalen Bergbaukonzerne wie Rio Tinto und Xstrata vorstoßen wolle.

Seite 1:

Rusal greift nach Norilsk Nickel

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%