Enttäuschende Quartalszahlen
Electrolux leidet unter Spätfolgen des AEG-Streiks

Obgleich der Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux seinen Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal steigern konnte, straften ihn die Börsianer ab. Denn sie hatten mehr erwartet. Nicht zuletzt der Streik im Nürnberger AEG-Werk, das zu Electrolux gehört und 2007 geschlossen wird, hatte das Ergebnis gedrückt.

HB STOCKHOLM. Den Vorsteuergewinn ohne Sonderposten bezifferte Electrolux am Dienstag mit 765 Mill. Schwedischen Kronen (rund 83 Mill. Euro) nach 610 Mill. Krone im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt aber mit 866 Mill. Kronen gerechnet. Den Umsatz steigerte das Unternehmen von 24,24 auf 25,32 Mrd. Kronen (2,74 Mrd Euro). Hier hatten Analysten mit höheren 25,76 Mrd. Kronen gerechnet. Aufgrund des 46-tägigen Sreiks im Nürnberger AEG-Werk seien die Verkäufe in Europa stärker eingebrochen als erwartet, sagte Electrolux-Chef Hans Stråberg.

Nach Steuern steht ein Gewinn von 541 Mill. Kronen zu Buche, ebenfalls ein Plus von gut 24 Prozent. In diesem Betrag ist allerdings nicht die besonders ertragreiche Gartengerätesparte enthalten, die zum 1. Juni ausgegliedert wurde und unter dem Namen Husqvarna an die Börse kommen soll. Einschließlich dieses – nicht unter dem Electrolux-Dach fortgeführten – Geschäfts lag der Quartalsgewinn bei 1,17 Mrd. Kronen nach 1,2 Mrd. Kronen im Vorjahreszeitraum.

Die Aktien des Unternehmens verloren direkt nach Bekanntgabe des Quartalsberichtes mehr als 6 Prozent an Wert. Im Vormittagshandel erholten sie sich leicht, tendierten jedoch immer noch rund 1,5 Prozent im Minus.

Der Ausblick auf das laufende Jahr blieb unverändert. Im Gesamtjahr werde weiter von einem „gewissen“ Nachfrageplus in Europa und Nordamerika und einer leichten Steigerung des operativen Gewinns ausgegangen, erklärte der Konzern. Zu Electrolux gehören neben AEG unter anderem die Marken Juno und Zanussi.

Electrolux hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg zu schließen und dies mit dem Preiskampf auf dem Markt für Elektro-Hausgeräte vor allem in Deutschland begründet. Die Fertigung ist schon zu großen Teilen vor allem nach Polen verlegt worden. Der 46 Tage dauernde Streik der AEG-Mitarbeiter, mit dem diese die Werksschließung verhindern wollten, hatte Electrolux im ersten Quartal 200 Mill. Kronen gekostet. Die 1 700 AEG-Beschäftigten in Nürnberg hatten mit der Arbeitsniederlegung im Februar und März zwar ihr Ziel nicht erreicht, konnten aber zumindest bessere Abfindungen durchsetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%