Enttäuschende Quartalszahlen
Siemens warnt vor schwierigem Herbst

Der Münchener Industrieriese hat im abgelaufenen Quartal weniger verdient als Experten erwartet hatten. Seine Gewinnprognose für 2011 bekräftigte das Unternehmen aber - obwohl laut Konzernchef Löscher die Risiken zunehmen.
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MünchenDer Siemens-Konzern hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen und die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Das Unternehmen verdiente zwischen April und Juni unter dem Strich 501 Millionen Euro, rund ein Drittel des Vorjahreszeitraums und etwas mehr als die Hälfte dessen, was Experten prognostiziert hatten. Der Aktienkurs gab zum Handelsbeginn rund 2,5 Prozent nach.

Allerdings lasteten mehrere Sondereffekte auf dem Ergebnis. Vor allem der schnelle Ausstieg aus einem Nuklear-Joint-Venture mit dem französischen Atomkonzern Areva drückte den Gewinn. Die Münchener hatten das Gemeinschaftsunternehmen mit den Franzosen gekündigt und kurz danach eine neue Partnerschaft mit dem russischen Rosatom-Konzern verkündet. Dabei verstießen die Münchener teilweise gegen den Vertrag mit Areva.

Während Siemens den Verkaufserlös von seinem Anteil an Areva NP bereits im zweiten Geschäftsquartal verbucht hatte, schlug die Strafe für den Schwenk zu Rosatom über 648 Millionen Euro plus Zinsen erst im abgelaufenen Vierteljahr auf die Bilanz durch.

Zudem trübten Fehlschläge in der Medizintechnik und anhaltende Kosten für die Trennung von der IT-Sparte SIS die Bilanz. Insgesamt summierten sich die Lasten im Quartal vor Steuern auf gut 1,4 Milliarden Euro.

Siemens in Zahlen

Q III 2011Q III 2010Veränderung
Gewinn nach Steuern0,5 Mrd. €1,4 Mrd. €-65 Prozent
Umsatz17,8 Mrd. €17,4 Mrd. €2 Prozent
Auftragseingang22,9 Mrd. €19,2 Mrd. €20 Prozent
Mitarbeiter421.000405.000

Für das fortgeführte Geschäft bleibt Siemens allerdings bei seiner Prognose: Demnach werde dessen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr exklusive des Areva-Effekts auf mindestens 7,5 Milliarden Euro steigen. Der Umsatz werde um die fünf Prozent zulegen.

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  • Löscher ist ein ganz großer Versager. Das fing schon mit dem Kauf von Dade-Behring an. Als ehemaliger Hoechst-Buchhalter wollte er dieses Diagnostic-Unternehmen unbedingt kaufen: Soweit ich mich erinnere für das zigfache des Umsatzes! Das macht nur ein Blinder, aber kein kühl rechnender Kaufmann. Dann jetzt das Debakel mit Areva! D.h. von der Kraftwerksparte versteht er auch nichts. Dann wollte er gleich zu Beginn gehorsam wie ein Pudel gegenüber seinem Herrchen (Cromme) sein und betrieb einen Rachefeldzug gegen das vorherige Management um von Pierer. Und was ist bei den Korruptionsvorwürfen herausgekommen? Er zeigte Siemens sogar selbst in den USA an. Ergebnis: Milliardenkosten. Ansonsten hatte er Glück, daß die Konjunktur anzog. Die nächste Krise kommt schneller als man denkt. Und dann wird das ganze Mißmanagement von ihm noch viel deutlicher. Die Verlängerung seines Vertrags ist ein schwarzer Tag für Siemens und für Deutschland.

  • Der bekannte Großauftrag der Bahn besteht aus ICx Einheiten, die die aktuelle IC Generation ablösen sollen und nicht aus ICE Zügen.

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