Entwicklung bei Rußpartikelfiltern verschlafen
Daimler-Aktionäre machen Front gegen Schrempp

Der Vorstandsvorsitzende sei gescheitert, sagen aufgebrachte Anteilseigner. Der Wert der Firma sei im Keller, Rüstungsbeteiligungen seien unmoralisch.

HB DÜSSELDORF. Eine Woche vor der Hauptversammlung in Berlin haben die Kritischen Aktionäre von Daimler-Chrysler dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp eine gescheiterte Firmenpolitik vorgeworfen. „Er ist ein Manager des Misserfolgs“, sagte Jürgen Grässlin von den Kritischen Aktionären am Donnerstag in Stuttgart.

Der Aktienkurs sei zwischen 1999 und 2004 um zwei Drittel und die Dividende von 2,35 auf 1,50 Euro gefallen. Die Zahl der Beschäftigten sei um 82 000 gesunken. „Die Bilanz ist desaströs“, sagte Grässlin. Er kritisierte zudem die Beteiligung von Daimler-Chrysler an Unternehmen, die Rüstungsgüter herstellten.

Das Unternehmen habe die Entwicklung bei den Rußpartikelfiltern verschlafen und Technologievorsprünge eingebüßt, sagte der Sprecher der Kritischen Aktionäre, Paul Russmann. Jetzt sei es das erste deutsche Unternehmen, das die Filter vom Sommer an serienmäßig und ohne Aufpreis in Diesel-Autos einbaue. DaimlerChrysler sei aber nicht bereit, ein Zwei-Liter-Auto, dessen Konzept schon in der Schublade liege, auf den Markt zu bringen.

Bei der Hauptversammlung am 6. April in Berlin wollen die Kritischen Aktionäre erreichen, dass der Vorstand nicht entlastet wird. Grund seien Skandalpunkte wie die Untreue-Affäre oder die Unfälle von Testfahrern in Skandinavien. Nach eigenen Angaben hatten die Kritischen Aktionäre bei der letzten Hauptversammlung für ihre Anträge rund 1,5 Prozent des Aktienkapitals auf ihrer Seite.

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