Envacom-Kauf bestätigt
Gazprom steigt in deutschen Strommarkt ein

Gazprom übernimmt die Energiesparte der hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieters Envacom. Damit hat der russische Energieriese erstmals Zugang zum deutschen Endkundenmarkt.
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Frankfurt/LondonDer russische Energiekonzern Gazprom hat jetzt Zugang zum deutschen Endkundenmarkt. Die Londoner Tochter Gazprom Marketing & Trading (GM&T) übernimmt die Energiesparte des hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieters Envacom Service, wie Gazprom am Montag in London und Frankfurt mitteilte. Das Unternehmen bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“ vom Wochenende. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Gazprom will wie bislang Envacom an deutsche Endkunden Strom verkaufen, aber kein Gas. Zielgruppe sind nach eigenen Angaben gewerbliche Kunden. Die mehr als 100.000 bisherigen privaten Envacom-Stromkunden sollen aber weiter betreut werden.

„Mit ihrer soliden Kundenbasis in Deutschland ermöglicht uns Envacom den Zugang zu einem der größten und liquidesten Energiemärkte in Europa“, stellte GM&T-Vertriebsdirektor Jon Feingold fest. Von dieser Basis aus solle der Marktanteil vergrößert werden. Envacom soll künftig Gazprom Marketing and Trading Retail Germania GmbH heißen und die Produkte und Serviceangebote von Gazprom Energy vermarkten.

Unter der Handelsmarke Gazprom Energy verkauft das russische Unternehmen bereits in Großbritannien, Irland, Frankreich und den Niederlanden Gas und Strom an etwa 38.000 Abnehmer aus Gewerbe und Industrie. Über ein Internet-Kundenportal will Gazprom seinen Strom in ganz Deutschland anbieten. Die neue Tochter heißt Gazprom Marketing and Trading Retail Germania GmbH.

Envacom mit Sitz in Walluf bei Wiesbaden bietet auch Mobilfunk- und Internetdienste an. Diese Telekommunikationssparte bleibe im alleinigen Besitz des Unternehmensgründers Tillmann Raith, teilte Gazprom mit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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