Eon
Bieter für Abfallsparte bleiben zurückhaltend

Eon dürfte sein Geschäft mit Müllverbrennungsanlagen kaum für über eine Milliarde Euro losschlagen. Die Gebote der vier Bieter liegen derzeit noch deutlich darunter.
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Frankfurt/DüsseldorfDer Energiekonzern Eon kann beim Verkauf seines Geschäfts mit Müllverbrennungsanlagen Insidern zufolge wohl kaum mit einem Erlös von deutlich über einer Milliarde Euro rechnen. Zwar seien vier Bieter im Rennen um die Tochter Eon Energy from Waste, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Gebote würden aber wohl nicht über die Summe von 800 Millionen bis eine Milliarde Euro hinausgehen. Bankenkreisen zufolge hatten die im April eingereichten nicht bindenden Offerten noch bei 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro gelegen. Favoriten seien Morgan Stanley Infrastructure und der schwedische Finanzinvestor EQT.

Im Rennen sei auch Sembcorp aus Singapur, während der Mannheimer Versorger MVV nur an Teilen interessiert sei. Eon und die Unternehmen lehnten einen Kommentar ab. Sembcorp war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bis zum 8. Juni könnten bindende Angebote eingereicht werden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ursprünglich sollte die Frist bereits am 25. Mai enden. Weitere Verzögerungen seien auch jetzt nicht ausgeschlossen.

„Eon will das Unternehmen als Ganzes verkaufen“, verlautete aus Kreisen des größten deutschen Energiekonzerns. „Ein Verkauf einzelner Teile wäre schwierig.“ Einige Anlagen seien schon älter und erforderten Investitionen. Diese könnten nur schwer losgeschlagen werden. Einen festen Zeitplan für den Verkauf gebe es nicht. „Die Transaktion könnte aber noch im Sommer über die Bühne gehen“, sagte ein Insider.

Eon-Chef Johannes Teyssen will mit Beteiligungsverkäufen die nach der Atomwende klamme Kasse des Konzerns füllen. Er hat bereits eine Reihe von Geschäften abgestoßen und will auf diese Weise bis Ende 2013 insgesamt rund 15 Milliarden Euro einnehmen.

Mehr als zwölf Milliarden Euro hat er bereits zusammen. In der vergangenen Woche hatte Eon die Ferngasnetztochter Open Grid Europe an ein Konsortium um die australische Investmentbank Macquarie verkauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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