Eon-Caja-Kooperation rechtmäßig
Enel will Angebotssperre anfechten

Der italienische Stromversorger Enel, Rivale von Eon im Ringen um den spanischen Branchenprimus Endesa, will eine einstweilige Angebotssperre der spanischen Börsenaufsicht anfechten. Damit geht der Reigen der Rechtsschritte der beteiligten Parteien weiter.

HB MADRID/ROM/BRÜSSEL. Dies kündigte Enel-Vorstandschef Fulvio Conti am Mittwoch in Rom an. Er gehe davon aus, dass Enel und der spanische Mischkonzern Acciona vor Ablauf der Sechsmonatsfrist die Möglichkeit zur Vorlage ihrer Übernahmeofferte für Endesa erhielten. Die spanische Börsenaufsicht hatte entschieden, dass Enel und Acciona ihr Angebot frühestens ein halbes Jahr nach Ablauf der Offerte des deutschen Eon-Konzerns lancieren dürfen.

Das Ringen um Endesa wird auch das höchste EU-Gericht beschäftigen. Die EU-Kommission beschloss am Mittwoch, Spanien wegen Verletzung von EU-Recht vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu verklagen. Die EU-Behörde betrachtet die Hürden als illegal, die Spanien einer Übernahme von Endesa durch Eon entgegengesetzt hatte. Sie hatte im laufenden Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrags die Regierung in Madrid erfolglos aufgefordert, die Auflagen zu beseitigen. Die Kommission sieht ihre alleinige Kompetenz zur kartellrechtlichen Freigabe der Übernahme verletzt.

Die Auflagen Madrids für Eon schreiben unter anderem vor, dass Endesa-Vermögenswerte auf den Balearen und den Kanarischen Inseln sowie in den nordafrikanischen Exklaven Melilla und Ceuta nach einer Übernahme fünf Jahren lang nicht verkauft werden dürfen. Auch müsse die Marke Endesa für ebenfalls fünf Jahre beibehalten werden. In den Kraftwerken dürfe nur Kohle aus heimischer Produktion verfeuert werden. Die Regierung in Madrid ist der Ansicht, dass die Bedingungen legal sind und unter anderem dazu dienen, die heimische Stromversorgung zu sichern.

Die Madrider Börsenaufsicht (CNMV) machte keine Einwände gegen ein Übereinkommen von Eon mit dem Endesa-Aktionär Caja Madrid geltend. Der Düsseldorfer Energiekonzern und die spanische Sparkassenkette verstießen mit ihrer Abmachung gegen keine Regeln, sagte der CNMV-Präsident Manuel Conthe. Caja Madrid hatte sich bereit erklärt, ihre Endesa-Anteile von 9,9 Prozent in zwei Jahren an Eon zu verkaufen. Bis dahin will das Geldinstitut seine Stimmrechte in der Endesa- Führung behalten.

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