Eon contra spanischer Regierung
Reihen im Kampf um Endesa schließen sich

Der deutsche Energiekonzern Eon stößt mit seiner Übernahmeofferte für den spanischen Versorger Endesa auf immer stärkeren Widerstand der spanischen Regierung. Doch die Deutschen haben mächtige Verbündete in Madrid und Brüssel.

juf/scm/HB DÜSSELDORF/MADRID. Industrieminister José Montilla kündigte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg an, Spanien werde darum kämpfen, dass Endesa nicht von einem unerwünschten Bieter aus dem Ausland übernommen werde. Das „öffentliche Interesse“ der spanischen Verbraucher müsse höher bewertet werden als das der Aktionäre, sagte Montilla.

Eon-Chef Wulf Bernotat hatte vor zwei Wochen ein Angebot für Spaniens größten Stromversorger abgegeben und damit eine Offerte von Gas Natural, der Nummer eins auf dem spanischen Gasmarkt, gekontert. Das Eon-Gebot liegt zwar wesentlich höher, Gas Natural hat aber die Unterstützung der spanischen Regierung, die einen großen nationalen Energiekonzern schaffen will. Übernahmeobjekt Endesa selbst hat beide Offerten als zu niedrig zurückgewiesen.

Um Eons Vorstoß abzublocken, hat die Regierung ein Gesetz erlassen, das der spanischen Energieaufsicht das Recht einräumt, Übernahmen durch ausländische Konzerne zu prüfen und zu verhindern. Die EU-Kommission sieht darin einen Verstoß gegen europäisches Recht. Montilla weist die Kritik der EU-Kommission zurück. „Wir werden unsere Maßnahmen verteidigen und sind überzeugt, dass sie mit dem EU-Recht vereinbar sind“, sagte er. Jede Nation versuche, strategisch wichtige Branchen zu schützen. Spanien müsse das Schicksal seines größten Stromversorgers mitbestimmen, um eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten.

Eon wollte Montillas Intervention gestern nicht kommentieren. Ein Konzernsprecher sagte lediglich: „Wir haben die Absicht, das Angebot zu einem erfolgreichen Ende zu bringen – auch wenn es länger dauert.“ Eon erwarte, von den staatlichen Institutionen in Spanien fair behandelt zu werden.

Juristen halten die Blockadepolitik der spanischen Regierung zwar für unvereinbar mit dem europäischen Recht. Sie weisen aber darauf hin, dass Eon eine lange Hängepartie drohe, sollte der Streit zwischen der EU und Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof landen.

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