Eon dementiert Regierungsinitiative
Gazprom will für Yukos-Tochter bieten

Auf seinem Weg zum Ölriesen will der russische Gasmonopolist Gazprom das Kerngeschäft des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos übernehmen. Gazprom habe sich entschieden, bei der Versteigerung der Yukos-Tochter Yuganskneftegaz ein Angebot abzugeben, teilte das Unternehmen mit.

HB MOSKAU. Zur Finanzierung des Angebots wolle man sich möglicherweise Kapital auf den internationalen Finanzmärkten beschaffen, sagte der Chef der Gazprom-Öltochter Gazpromneft, Sergej Bogdantschikow, am Dienstag. Mit einem Kauf von Yugansk und zwei weiteren bevorstehenden Übernahmen könne Gazpromneft seine Förderkapazitäten auf bis zu 90 Millionen Tonnen Öl am Tag mehr als verdoppeln. Das sind 18 Prozent der russischen Ölproduktion.

In Berlin wurde aus Branchenkreisen bekannt, dass die Bundesregierung bei deutschen Energieunternehmen sondierte, ob Interesse am Kauf von Yukos-Teilen besteht. Wegen Steuernachforderungen in Milliardenhöhe will der russische Staat Teile von Yukos zwangsversteigern.

Yugansk soll am 19. Dezember zu einem Mindestpreis von rund 6,5 Milliarden Euro angeboten werden. Für den Fall, dass sich Gazprom an der Versteigerung beteiligt, rechnen Analysten mit einem Zuschlag für den Monopolisten, an dem der deutsche Eon-Konzern mit etwa 6,5 Prozent beteiligt ist. Mit der Ankündigung von Gazprom, bei der Auktion zu bieten, könnten Spekulationen in Russland neue Nahrung erhalten, dass die finanzstarke Eon AG ihrem Partner bei dem Angebot unter die Arme greifen könnte. Allerdings hat Eon-Chef Wulf Bernotat dies bislang immer ausgeschlossen.

Aber auch ohne Eon sollte nach Einschätzung von Analysten Geld bei der Auktion für Gazprom keine Rolle spielen. Denn obwohl zu großem Teil fremdfinanziert verfüge der Konzern, an dem der russische Staat 39 Prozent hält, über genug Bargeld für ein Angebot. Im zweiten Quartal dieses Jahres verfügte Gazprom über eine Kriegskasse von rund 5,3 Milliarden Dollar. Während der Marktwert von Yukos auf nur noch 2,4 Milliarden Dollar nach einem Hoch von 40 Milliarden Dollar eingebrochen ist, stieg der Aktienwert von Gazprom in diesem Jahr um 112 Prozent.

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