Eon glaubt an Übernahme
Spanien lenkt im Fall Endesa ein

Für den Energieriesen Eon verbessern sich die Aussichten auf eine Übernahme des spanischen Versorgers Endesa. Unter dem Druck der EU-Kommission rückt die Regierung in Madrid von ihrer ablehnenden Haltung ab.

HB MADRID/DüSSELDORF. Das Industrieministerium in Madrid zeigte sich bereit, viele der Auflagen zu ändern, mit denen es bislang einen Endesa-Kauf durch Eon blockiert hat. Bedingung sei allerdings, dass die Versorgungssicherheit in Spanien gewährleistet bleibe. Geändert werden könnten aber etwa die Forderungen, dass Eon ein Endesa-Atomkraftwerk und andere Kraftwerke abstoßen müsse.

Eon-Chef Wulf Bernotat äußerte sich optimistisch zu den Übernahmeplänen. Er sei angesichts der jüngsten Entwicklung „sehr, sehr zuversichtlich“, dass der Konzern sich am Ende bei Endesa durchsetzen werde, sagte er in einem vorab veröffentlichten Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Er räumte aber ein, dass er sich die Endesa-Übernahme „schon etwas einfacher vorgestellt“ habe.

Nach einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ ist der deutsche Konzern angeblich bereit, bei einer Übernahme auf das Südamerika-Geschäft Endesas zu verzichten. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person zieht Eon dies jedoch nicht in Betracht. Es sei „absoluter Unsinn“, dass Eon beim Südamerika-Geschäft zurücktreten wolle, sagte die Person. Das Südamerika-Geschäft ist größer als das von den Auflagen betroffene Endesa-Geschäft. Ein Eon-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die spanische Regulierungsbehörde hatte ein Zusammengehen von Eon und Endesa an insgesamt 19 Auflagen geknüpft. Dagegen hatte die EU-Kommission Einspruch erhoben, weil sie durch die Bedingungen die Regeln des gemeinsamen Binnenmarktes verletzt sieht. Auch beide Konzerne hatten Beschwerde eingelegt. Das Industrieministerium reagierte mit seiner Erklärung nun auf die Kritik aus Brüssel.

Ein Kommissionssprecher sagte, die EU-Wettbewerbsbehörde wolle das 40 Seiten umfassende Papier Spaniens nun so schnell wie möglich prüfen. Die Kommission muss entscheiden, ob die spanischen Auflagen gegen EU-Recht verstoßen. Der spanische Wirtschaftsminister Pedro Solbes rechnet bereits damit, dass die Bedenken der EU-Kommission und die beim Ministerium eingegangenen Beschwerden bis Ende September oder Anfang Oktober ausgeräumt sein könnten.

Eon will Endesa für 27 Mrd. Euro übernehmen und damit an die Weltspitze der Strom- und Gasunternehmen aufrücken. Die spanische Regierung hatte sich zunächst aber für eine Übernahme Endesas durch die spanische Gas Natural ausgesprochen.

Die Aktien von Eon lagen am Abend 0,5 Prozent im Plus bei 99,08 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%