Eon-Hauptversammlung
Teyssen will in Deutschland fürs Ausland lernen

Eon-Chef Teyssen will bei der Energiewende in Deutschland Erfahrungen für das außereuropäische Geschäft sammeln. Doch gerade das Auslandsengagement kritisieren die Aktionärsvertreter auf der Hauptversammlung.
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EssenEon hat 2011, im Jahr der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima und der Energiewende in Deutschland, erstmals in seiner jungen Geschichte einen Verlust gemacht – unter dem Strich rund zwei Milliarden Euro, nach einem Gewinn von mehr als sechs Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Und ausgerechnet 2011 ist das erste komplette Geschäftsjahr an der Konzernspitze, für das sich Johannes Teyssen, der seit Mai 2010 als Vorstandschef amtiert, vor den Aktionären verantworten muss. Die heutige Eon-Hauptversammlung in der Essener Grugahalle ist zudem die erste, die Werner Wenning als Aufsichtsratsvorsitzender leitet.

Wir twittern von der Eon-Hauptversammlung

Für die Premieren von Wenning und Teyssen sind die Zahlen keine gute Voraussetzung. Und ganz bewusst wendet sich der Konzernchef deshalb zu Beginn seiner Rede an die Mitarbeiter, die nach seinen Worten im vergangenen Jahr „aufs Äußerste“ gefordert waren: „Wir wissen, wie die nicht immer sachliche energiepolitische Diskussion nach dem schrecklichen Unglück in Fukushima Sie alle belastet hat.“ Er dankt den Beschäftigten „in diesem Jahr besonders für ihren Einsatz und ihre Unterstützung“. Zum ersten Mal wird in der Halle Applaus laut.

In der Tat war 2011 auch für die Mitarbeiter kein gutes Jahr. Denn Teyssen kündigte an, weltweit 11.000 der 80.000 Stellen zu streichen, in Deutschland betroffen sind 6000 von 40.000 Stellen. Das gleiche gilt für die Inhaber des Unternehmens.

Aufsichtsratschef Wenning redet nicht um den heißen Brei herum und spricht von einer „unbefriedigenden Entwicklung“ der Eon-Aktie. Sie hat innerhalb eines Jahres ein Viertel an Wert verloren. Auch die Dividende soll um 50 Cent auf einen Euro sinken.

Beim Rückblick auf das Jahr 2011 erwähnt Teyssen den Konzernverlust nicht, spricht nur über das positive nachhaltige Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda, 9,3 Milliarden Euro) und den positiven nachhaltigen Konzernüberschuss (2,5 Milliarden Euro).

Wie schon auf der Bilanz-Pressekonferenz versucht der Vorstandschef den Fokus darauf zu richten, dass die Talsohle in seinen Augen erreicht ist. „Ja, wir haben mit großen Herausforderungen zu kämpfen gehabt. Aber: Eon hat sich freigeschwommen! Und wir gewinnen täglich größeren Handlungsspielraum.“ Für seine Rede erhält er freundlichen Applaus.

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Warnung, dass „Strom zum Luxusgut wird“

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  • Von Deutschland lernen, heisst siegen lernen.

    Dass diesem Musterexemplar von Exzellenzelitarier der geistig-moralischen Wende so ziemlich alle Insignien des post-demokratischen Feudalzentrismus zuzurechnen sind, dürfte unstrittig sein, denn wenn einer das Karrierregiebuch der geistig-moralischen Wende exemplarisch eingesetzt hat, dann dieser Herr Teyssen: Können? Können muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!.

    Und so rutschte er auf diesem Ticket in die deutsche Monopolernergiekonzernindustrie und führt sich auf, wie einer der von solchen Visionen besessen ist, wie sie einst bei seinen Altvorderen, also den typischen Herrenmenschen, die mit dem Griff nach dem Lebensraum im Osten, dem großen Sprung vorwärts und dem Neuland unter'm Pflug ihren real-exisitierenden Größenwahn dokumentierten.

    Unfähig, sich erfolgreich den Managementanforderungen der technologischen Revolution, die hin zu den dezentralisierten, vernetzten Energieproduktionstechniken führt, zu stellen, brabbelt dieser Scheinleistungsträger im Sinne eines Finanzspekulationsanlagendrückers von den Sensationen, die in der Zukunft von ihm realisiert werden werden.
    Das erinnert an Chrustschov: Den Kapitalismus überholen, ohne ihn einzuholen.


    Toll

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