Eon kritisiert strenge Auflagen
Endesa-Übernahme könnte vor Gericht enden

Zwar hat die spanische Energieaufsicht die Übernahme des Versorgers Endesa durch den deutschen Konkurrenten Eon grundsätzlich gebilligt, doch strenge Auflagen erteilt. Eon will sich das nicht bieten lassen.

HB DÜSSELDORF. „Eon wird nach Erhalt der Entscheidung die Auflagen im Einzelnen prüfen, sieht jedoch für die bislang bekannten Auflagen keine Berechtigung und behält sich rechtliche Schritte ausdrücklich vor“, teilte der Konzern am Freitag mit. Die Energieaufsicht CNE fordere unter anderem, dass Eon nach einer Übernahme eine Erzeugungskapazität von Endesa in Spanien von rund 7 600 Megawatt abgibt.

Nach Angaben der CNE muss sich Endesa bei einer Übernahme durch Eon vom Atomkraftwerk Asco I trennen. Es ist das einzige Atomkraftwerk, das Endesa komplett gehört, alle anderen sind Gemeinschaftsunternehmen. Zudem müsse Endesa dann seine Kohlekraftwerke abgeben, die mit subventionierter spanischer Kohle betrieben werden, hieß es weiter.

Eon will Endesa für rund 27 Mrd. Euro übernehmen. Der deutsche Konzern trifft mit seiner Offerte auf den Widerstand der Regierung in Madrid. Diese hatte sich für eine Übernahme von Endesa durch die heimische Gas Natural ausgesprochen, um einen großen spanischen Energiekonzern zu schmieden. Die von Gas Natural im September vorgelegte Bar- und Aktienofferte ist rund 7 Mrd. Euro weniger wert als die Offerte von Eon.

Die spanische Regierung hatte die Rechte der CNE ausgeweitet, nachdem Eon im Februar die Offerte von Gas Natural überboten hatte. Die EU-Kommission hat das Vorgehen als unerlaubten Protektionismus kritisiert und die Pläne von Eon bereits gebilligt. Die Kommission in Brüssel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, nicht vor Anfang September darüber zu entscheiden, ob das Vorgehen von Spanien rechtens ist.

Durch die Übernahme will Eon zum wichtigsten Strom- und Gaskonzern weltweit aufsteigen. Nach einem Zusammenschluss käme die neue Energiegruppe auf über 50 Mill. Kunden in mehr als 30 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika. Der Konzern würde jährlich mehr als 600 Terrawattstunden (TWh) Strom und 900 TWh Gas verkaufen. Der Unternehmenswert des fusionierten Konzerns würde nach Eon-Berechnungen auf über 130 Mrd. Euro steigen – und damit auch die bisherige Nummer Eins der Branche Energie de France (EdF) abhängen.

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