Eon legt erstmals Zahlen vor
Versorger spüren Regulierung

Die neue Regulierung der Strom- und Gasnetze wirkt sich erheblich auf die Bilanzen der Versorger aus. Der für die Netze zuständige Eon-Energie-Vorstand Klaus-Dieter Maubach spricht von einem schmerzlichen Einschnitt in die Rentabilität des Geschäfts.

DÜSSELDORF. Die großen Energiekonzerne Eon, RWE, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall Europe müssen zusammengerechnet Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe verkraften. Eon zog gestern als erstes der vier Unternehmen eine Zwischenbilanz: Bislang habe die Bundesnetzagentur Kosten in Höhe von gut 600 Mill. Euro nicht genehmigt, teilte die Vertriebstochter Eon Energie mit. Entsprechend würden die Einnahmen aus dem Netzbetrieb sinken.

Dem Unternehmen liegen im Strombereich inzwischen alle Bescheide der Bundesnetzagentur vor, im Gassektor warten noch drei Regionalversorger auf die Genehmigung. Die Stromtöchter mussten den Angaben zufolge im Durchschnitt Abstriche von 13 Prozent hinnehmen. Bei Gas rechnet Eon mit einer Kürzung von zehn bis zwölf Prozent.

In diesem Jahr müssen sich die deutschen Versorger erstmals die Entgelte genehmigen lassen, die sie Konkurrenten und ihren eigenen Vertriebsgesellschaften für die Nutzung der Netze in Rechnung stellen. Hierzu mussten die Unternehmen bei der Bundesnetzagentur ihre Kostenkalkulationen ausführlich darlegen. In den vergangenen Monaten hat die Bundesnetzagentur nach und nach zahlreiche Bescheide verschickt – und dabei die beantragen Entgelte in der Regel deutlich gesenkt, in Einzelfällen sogar um über zwanzig Prozent. Die Regulierungsbehörde will so neuen Anbietern einen fairen Zugang zu den Strom- und Gasnetzen ermöglichen. Zugleich sollen die Preise für die Kunden sinken. Bei Strom machen die Netzentgelte rund 38 Prozent des Tarifs für Haushaltskunden aus, bei Gas sind es 22 Prozent.

Im gleichen Maße wie Kosten von der Bundesnetzagentur nicht anerkannt wurden, werden sich die Erlöse der Versorger reduzieren. Eon-Energie-Chef Johannes Teyssen stellte gestern klar, dass alle Tochtergesellschaften die verfügten Kürzungen im vollen Umfang an die Kunden weitergeben werden: „Trotz mancher rechtlicher Zweifel werden wir die Bescheide der Bundesnetzagentur nicht anfechten.“ In Schleswig-Holstein und Bayern habe sich das Unternehmen bereits mit den zuständigen Wirtschaftsministerien darauf geeinigt, die Preise für Haushaltskunden trotz gestiegener Rohstoffkosten bis Mitte beziehungsweise Ende 2007 konstant zu halten.

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